altemaelze

Arkivet

Wormwood

Hier mal wieder eine Doppel-Kritik: Für Black Metal-Anhänger der “gepflegteren Richtung” definitiv empfehlenswert!

Vom Black’n’Roll zum Melodic Black Metal – WORMWOOD (aus Stockholm, nicht aus Kansas!) haben seit ihrer Gründung 2014 einen weiten Weg hinter sich. Zwei gefeierte Konzeptalben, Touren durch Europa – und dann kam Covid. Alle Konzerte mussten abgesagt werden, was der Band ausreichend Zeit gab, an ihrem dritten Werk „Arkivet“ (Archiv) zu arbeiten. Auch diesem Album liegt ein Konzept zugrunde: Die Unfähigkeit der Menschheit, Sorge um das Schicksal dieses Planeten zu tragen – angesichts oben erwähntem Virus’ sowie der derzeitigen globalen Auswirkungen des Klimawandels ein mehr als aktuelles Thema. Auf “Arkivet” geht es nicht nur textlich gut zur Sache: Fans des “gehaltvolleren” Black Metal werden voll auf ihre Kosten kommen, wobei dem Rezensenten persönlich das Ganze etwas zu sehr melodisch, wenn nicht gar poppig ausfällt. Aber immer Härte Zehn kann’s ja auch nicht sein… “Arkivet” erscheint im CD- und 2LP White Vinyl-Format (auch hier wurde die Band vom Pech verfolgt; Presswerk-Probleme machten eine Verschiebung des VÖ-Termins notwendig). Für BM-Anhänger der “gepflegteren Richtung” definitiv empfehlenswert! (Black Lodge Records) TheRealPal

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Mit dem neuen, dritten Album „Arkivet“ der schwedischen Band Wormwood schlug eine eher ungewöhnliche CD in Posteingang auf. Black Metal bekomme ich nicht alle Tage zugeschickt. Wobei Fans von Marduk oder Darkthrone hier eher nicht so glücklich werden. Geboten wird hier exzellenter melodischer, leicht folkiger, progressiver Black Metal in der Schnittmenge von Bands wie Bathory (zu Hammerheart bzw. Twilight of the Gods), Dimmu Borgir oder auch Cradle of Filth. Die sieben Songs werden richtiggehend zelebriert und sind schon sehr lang, zwischen fünf und neun Minuten, ohne langweilig zu werden. Die Musiker sind top fit, die Produktion fett und auch der „Gesang“ macht eine wirklich gute Figur. Damit die Songs Abwechslung bekommen gibt es gerne mal längere instrumentale, ruhige Gitarrenpassagen („The Archive“ tönt hier nach Dire Straits während mir bei „Overgrowth“ Pink Floyd in den Sinn kommt inklusive David Gilmour Solo), folkige Instrumente wie Streicher oder Maultrommel („My Northern Heart“ , starke Gitarrensoli und schwedischer Gesang („Ensamheter“, das total nach Eluveite minus deren Armada an Folkinstrumenten klingt) oder richtig episch mit Nachrichtensprechern im Mittelteil und ruhigen Ende (beim mit über neun Minuten längsten Abschlusssong „The Gentle Touch of Humanity“). Ein kleines Meisterwerk, mit einer interessante textlichen Story, einer mir bisher unbekannten Band für die ich gerne verdiente sechseinhalb Sterne zücke. Poppige ist hier aber nichts auf der Scheibe. Bei YouTube kann man rein hören und sollte sich das Teil dann auch gleich beim Plattenhändler seines Vertrauens zulegen. (Black Lodge Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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