altemaelze

Shiver

Maffai

Mehr noch als das Debüt wagt „SHIVER“ den Spagat zwischen Retroschick und Zeitgeist und greift zwischen den angestammten Eckpfeilern Post-Punk und Indie vermehrt auch musikalische Akzente aus Dark Wave, NDW, City Pop oder Witch House auf.

Sie kommen aus Franken, konkret aus Nürnberg und Würzburg, und spielen seit 2018 zusammen. 2019 erschienihr Debut, bei dem sich die Band musikalisch zwischen wütendem Indie-Rock und filigranem Post-Punk bewegte. Das hat sich auf dem Nachfolger „Shiver“, der Anfang August veröffentlicht wird, geändert -´mehr Synthies, mehr Pop, mehr MAFFAI! Mehr noch als das Debüt wagt „SHIVER“ den Spagat zwischen Retroschick und Zeitgeist und greift zwischen den angestammten Eckpfeilern Post-Punk und Indie vermehrt auch musikalische Akzente aus Dark Wave, NDW, City Pop oder Witch House auf. Einmal mehr zusammengehalten durch die detailverliebte Eigenproduktion von Schlagzeuger Jan Kretschmer, legt die Band mit den zehn neuen Stücken damit ihre bislang abwechslungsreichste Arbeit vor. Mal düster, mal klebrig süß, wird die Definition von MAFFAI dabei behutsam ausgelotet. Greifbarer als in der Vergangenheit, setzt die Platte sich inhaltlich u.a. mit Gesellschaftskritik, zwischenmenschlichen Beziehungskisten, Coming Of Age, Paranoia, Dystopie, Großstadtromantik oder der Freude am Scheitern auseinander. Entstanden ist der Longplayer als Folge der Corona-Pandemie, der auch für die Franken eine Zwangspause ihrer Liveaktivitäten bedeutete. Klar, die Pandemie hat sich nicht nur auf den Songwritingprozess ausgewirkt, sondern das Album in der Form überhaupt erst ermöglicht. Den ersten Lockdown schnell auch als kreatives Zeitfenster begriffen, markierte der März 2020 den Startschuss für die Albumproduktion, die nicht selten auch als emotionales Ventil herhalten sollte. Beispiel gefällig? Dann mal in „Down“ reinhören, das bereits als Single veröffentlicht wurde. Das Stück pendelt thematisch zwischen Resignation und Beratungsresistenz und steht damit im starken Kontrast zur klebrigen NDW-Euphorie des Stücks. Bittersüß gestaltet sich auch das zugehörige Musikvideo, das die Trennung aus umgekehrter Perspektive zeigt. „Moderner deutschsprachiger Punkrock mit Post-Punk und Wave-Einschlag, nicht nur die räumliche Nähe zu Akne Kid Joe gibt Anhaltspunkte, auch die überdrehte Post-Punk Hysterie steht den Jungs ebenso gut, irgendwie sind sie sowas wie die Wave-Pop-Variante von Turbostaat, was nur als Kompliment gemeint ist, da Hitpotential ähnlich hoch“ ist in einer Kritik zu lesen. Absolut zutreffend! Am 20. August wird der neue Longplayer mit einem Konzert im Nürnberger Z-Bau offiziell vorgestellt. (Kidnap Music/Cargo) P.Ro

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