altemaelze

Slave of God

Hellbreath

„Slave of God“ wurde 1988 in Eigenregie produziert, auf einem Kleinstlabel (evt. auch Eigenvertrieb) veröffentlicht und hinterließ keine wirklichen Spuren in der Musikgeschichte. Dennoch erzielen Originalvinyls stolze Preise.

Mit der Band Hellbreath aus Ravensburg wurde von Golden Core eine weitere Obskurität wieder ans Licht der Welt gebracht. „Slave of God“ wurde 1988 in Eigenregie produziert, auf einem Kleinstlabel (evt. auch Eigenvertrieb) veröffentlicht und hinterließ keine wirklichen Spuren in der Musikgeschichte. Dennoch erzielen Originalvinyls stolze Preise. Geboten wird auf den sieben Songs des Albums eine recht charmante  Mischung aus Speed/Thrash Metal, wie man sie damals von Metallica, Slayer oder Exodus in ihren Anfangstagen gewohnt war. Also noch sehr ungestüm und wenig geschliffen. Die Produktion ist eher von der rumpeligen Art, aber auch Dank des Remasterings gut hörbar. Leider kann man das von den echt schaurigen Vocals nicht sagen. Der Sänger kann leider überhaupt nicht singen und kommt ohne jegliches Melodieverständnis daher. Da die Songs dann bis auf eine Ausnahme mit dem eher simplen „Ride Free“ (knapp über drei Minuten) alle extrem lang sind (fünf bis fast zehn Minuten) wird es schon manchmal sehr schwer hier am Ball zu blieben. Ist schade, denn die Band bemühte sich wirklich auch um Abwechslung, fügte hier mal schöne Akustikpassagen ein, da mal längere instrumentale Minuten. Die angesprochenen 70er Jahre Einflüsse oder sogar Pink Floyd-Anklänge höre ich  ja nun so gar nicht raus. Egal.  Leider schwächeln auch die Gitarrensoli, die nun technisch nicht das höchste Niveau aufweisen. Das Riffing passt dafür wieder toll zu den Songs an sich. Hängen blieb bei mir nun nicht wirklich viel von der Scheibe. Der mit neuneinhalb Minuten längste Track „Slaves of Love“, eher im Midtempo gehalten, ist hier die Ausnahme.  Als Bonus gibt es noch fünf Songs von einem Demo der Nachfolgeband Frantic Front, wo sich die Musik und auch der Gesang Richtung Death Metal veränderte. Leider ist das Growlen nun auch nicht auf höchsten Niveau, gefällt aber besser als die Hellbreath-Vocals. Trotz Demo muss man sagen, dass der Sound hier noch einen Ticken besser ist. Die Songs selber sind hier dann bis auf zwei Ausnahmen ebenfalls lang und bei „Edge of Insanity“ reißt man gar die zehn Minuten Marke. Hier erinnert das stark an Onslaught zu „In Search of Sanity“ Zeiten, während der Rest eher an Entombed, Obituary oder auch Incubus denken lässt. Auch hier als kleines Trademark wieder nette Akustikparts inklusive. Ich muss gestehen, dass mir diese Ausrichtung besser gefällt und hier hätte mich ein ganzes Album interessiert. Fazit: Eher was für Alles-Sammler, Fans der Band, die diese Scheibe noch nicht im Regal haben, oder Leute mit Hang zum Obskuren, die Neudi dabei unterstützen wollen, auch weiterhin unbekannte deutsche Bands aus der zweiten und dritten Reihe aus dem Vergessen zu holen. Eigentlich ja vier Sterne, aber wegen des Gesangs dann doch ein kleiner Abzug von meiner Seite. Wer hier von der Review nicht abgeschreckt wurde, checkt vielleicht vorher noch zwei Songs bei YouTube ab, bevor er sich das Album in den Einkaufskorb legt. (Golden Core) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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