altemaelze

Sex Devils Ocean

Kensington Road

Mit den zehn neuen Songs erzählen sie Geschichten von Freundschaft, Zusammenhalt und Zuversicht, aber auch Stolpern, Fallen und wieder Aufstehen, und gerade in Zeiten wie diesen zeigt die Band gesellschaftlichen & persönlichen Unsicherheiten den Stinkefinger.

Sie kommen nicht aus London, wie der Bandname vermuten lässt, sondern aus Berlin, aber ihr Sänger & Gitarrist, der aus Kanada stammt, lebte früher auf einem Dachboden in einer Kensington Road in der kanadischen Provinz, und musizierte dort mit seinen kanadischen Kollegen. Irgendwann kam er nach Deutschland und gründete eine Band in Berlin und gab ihr diesen Namen. Stilistisch spielen Kensington Road auch keinen Britpop oder kanadischen Rock, sondern stehen für einen modernen, internationalen Sound, der gekonnt eine Brücke zwischen Indierock und Alternative-Pop schlägt. Authentische Songs, die ohne Schnickschnack und Künstelei auskommen – denn nach tausenden Kilometern im Tourbus durch ganz Europa und unzähligen Live-Shows, weiß diese „hard-working band“ ganz genau wovon sie singt. Mit „Sex Devils Ocean“ veröffentlichen die fünf Berliner nun Mitte August ihr neues Studio-Album als Nachfolger des Vorgängers „Lumidor“ aus dem Jahr 2018. Mit den zehn neuen Songs erzählen sie Geschichten von Freundschaft, Zusammenhalt und Zuversicht, aber auch Stolpern, Fallen und wieder Aufstehen, und gerade in Zeiten wie diesen zeigt die Band gesellschaftlichen & persönlichen Unsicherheiten den Stinkefinger. Etliche der Songs sind bereits vorab veröffentlicht worden, zuletzt „Ghost Mountain“. „I don´t wanna live in a ghost mountain – don’t wanna live in a haunted house“ Das Leben hält manchmal dunkle Orte für uns bereit, in denen man sich gefangen fühlt. Symbolisch dafür stehen der Ghost Mountain und das Haunted House. Der Song wirkt wie ein Befreiungsschlag und ist der Zündfunke, um aufzustehen und auszubrechen – raus aus dem Haunted House und den Ghost Mountain einzureißen. Am Anfang steht die Erkenntnis: Nur raus hier und manchmal ist es am besten einfach loszulassen – manchmal ist das der einzige Ausweg, um diesen dunklen Ort hinter sich zu lassen. Allerdings: „Sometimes when you start to run it gets you right back where you started from“ – damit man sich nicht im Kreis dreht ist einfache Flucht nicht immer die Lösung – man muss beenden und loslassen lernen. Ein anderes Beispiel ist der Titelsong des Longplayer: Kein Song über dunkle Orte, sondern über die Freiheit, den Wunsch und die Suche danach. „This is a Farewell Song, a song for all the people that don´t belong“. Als Anspieltipp geeignet ist auch „Pablito Pablito“ oder  „Steve Shoeman“. Zu all diesen Tracks gibt es schon mal vorab ein Track by Track in dem Sänger und Gitarrist Stefan Tomek noch mal eingängig Bezug auf die Tracks per Video nimmt:  https://youtu.be/dSqtRptc6aw Auch stilistisch sind die Berliner mit dem neuen Longplayer auf dem richtigen Weg, halten clever die Waage zwischen kernigem Indie Rock und sonnigem Power Pop. Von Stefan Tomek (Gesang & Gitarre), René Lindstedt (Gitarre), Michael Pfrenger (Keyboards), Dominik Henn (Bass) und Jan Türk (Drums) werden wir sicher noch mehr hören. (Timezone) P.Ro

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