altemaelze

Tacheles

Sarah Straub

Gute sieben Monate nach dem „digital only“-Song  „Mein Glück“ (dem ersten Gehversuch in deutscher Lyrik) redet die Gundelfinger Singer/Songwriterin Mitte Juli „Tacheles“ mit weiteren sechs deutschsprachigen Liedern.

Zwei Jahre nach der „Cover“-CD von Konstantin Wecker „Alles Das und Mehr“ (ebenfalls sehr zu empfehlen) und gute sieben Monate nach dem „digital only“-Song  „Mein Glück“ (dem ersten Gehversuch in deutscher Lyrik) redet die Gundelfinger Singer/Songwriterin Mitte Juli „Tacheles“. Dann nämlich erscheint ihre neue, gleichnamige Mini-CD mit weiteren sechs deutschsprachigen Liedern. Eigentlich sollte ja 2021 ihr Jahr werden und im Sommer dann zu einer kompletten CD führen. Leider grätsche ihr (wie so vielen anderen Künstlern auch) Corona dazwischen und machte das Touren zunichte. Und ohne Touren bringt es halt nichts eine CD zu veröffentlichen, die dann untergeht bei einer Künstlerin ihrer „Größe“. Damit das Fangefolge aber nicht zu lange auf das nun im Sommer 2022 kommende Album warten und ohne neue Musik darben muss, entschied sich Sarah für den goldenen Mittelweg und lässt die bereits fertigen Songs halt als 24-Minüter ans Tageslicht kommen. Dafür wäre sie auch viel zu schade, wenn diese noch länger fertig in der Schublade liegen hätten müssten. Der geneigte Zuhörer kennt den einen oder anderen Tack schon von ihren Livestream Sessions 2020/2021 und weiss somit was auf ihn wartet. Wunderbare, m. M. nach auch sehr persönliche, deutsche Texte um das Aufstehen, wenn man zu Boden fiel (aus welchen Gründen auch immer) und danach die „Krone“ wieder richten und weitermachen (#1 „Vergiss nicht zu lächeln wenn du fällst“). Das Erkennen, dass ein Freund sich als Blender herausstellt, der das alles nur vorgeheuchelt hat um seinen Profit/Vorteil aus allem zu ziehen und es nie ehrlich meinte mit allem (#2 „Lass es raus“). Der Kampf um die Liebe zu einem Menschen mit Prolog, Hauptfilm und Epilog, ohne dass der Hörer erkennt, ob es ein Happy End gibt für die Liebe und die beiden Protagonisten  (#3„Weltenlauf“; #4 „Da bist nur du“, #6„Wir gehören zusammen“) und natürlich Demenz (#5„Schwalben“). Ein Thema, das ihr auch auf Grund eigener Erfahrung (plus Studium und Doktortitel) ganz besonders am Herz liegt. Die Musik ist dabei immer stimmig und der Thematik angemessen. So wechseln sich dann flotte Songs (‚1,2 und 4) mit voller Bandstärke (leider für mich namenlos, da nirgends vermerkt im Promozettel, habe ich nur die Gitarre von Andi Schmidt erkannt) ab mit ruhigen, melancholischen Liedern, sparsam nur mit Piano, etwas Streichern  oder gar nur mit Piano (der Rest). Die Band ist technisch top, es gibt ein paar schöne Gitarreneinlagen, grandioser glockenklarer Gesang, eine richtig gute Produktion und leider nur 24 Minuten an eigener Musik. Als sechs Minuten Bonustrack(?) gibt es hier dann noch „Die Tage grau“, welches in einer anderen Fassung auf dem neuen Konstantin Wecker-Album „Utopia“ enthalten ist und die Scheibe auf 30 Minuten Laufzeit hievt. Hier gibt es eine Version bei der Sarah dann gegen Ende des Songs gesangliche Unterstützung bringt und beide dann im Duett performen. Ein ebenfalls sehr ruhiger Titel getragen von Piano, Streichern und Trompeten (oder ähnlichem Blasinstrument). Ist gelungen, auch wenn ich persönlich mir dann doch lieber „Mein Glück“ gewünscht hätte und mich frage, warum es fehlt. Vielleicht wird es ja ins 2022er Album dann als Bonustrack oder regulärer Track auf CD veröffentlicht. Aber egal: Von meiner Seite gibt es hier sechseinhalb Sterne für eine wirklich tolle Veröffentlichung (die ich mir schon dreimal angehört habe) und ein absoluter Kauftipp! Vorbestellen kann man sich das Teil dann bei den üblichen Online-Händlern als CD oder Download oder besser noch direkt unter www.sarah-straub.de und bekommt, wenn man nett fragt, eine persönliche Widmung plus Autogramm noch oben drauf auf oder ins Booklet. Noch eine Anmerkung: Wer mehr zu den einzelnen Songs bzw. Texten wissen will, sollte die nächsten Tage dann Sarah bei Facebook folgen (https://www.facebook.com/SarahStraubMusic), sofern er/sie/es nicht eh schon tut, denn da werden die Lieder genauer vorgestellt mit Infos zum Entstehen usw. (Sturm und Klang) HJH

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