altemaelze

Parabellum

Yngwie Malmsteen

Die Finger flitzen die Saiten rauf und runter, dudeln sinnlos vor sich hin (das gefühlvolle mit Seele intonierte Spiel ist nicht seins) und sind wirklich nur etwas für seine Fans, auch wenn das alles technisch überragend ist.

Zwei Jahre nach der Bluescover-Scheibe “Blue Lightning” veröffentlicht Yngwie Malmsteen Ende Juli seine  22. CD „Parabellum“. Vermutlich bis auf die Drums (ist leider nicht vermerkt) komplett selbst eingespielt (komponiert und arrangiert sowieso) und leider auch wieder selbst relativ mau produziert gibt hier auf den zehn Songs den gitarrentechnischen Overkill. Daran ändern auch die vier Songs mit Gesang (auch hier vom Maestro selbst durchschnittlich aber anhörbar performed) nicht viel. Die Finger flitzen die Saiten rauf und runter, dudeln sinnlos vor sich hin (das gefühlvolle mit Seele intonierte Spiel ist nicht seins) und sind wirklich nur etwas für seine Fans, auch wenn das alles technisch überragend ist. Wie man es richtig macht, so dass der Song immer nachvollziehbar bleibt, hat erst kürzlich Marty Friedman unter Beweis gestellt. Mir ist das dann viel zu anstrengend zum Anhören und am Ende des Tages bleibt auch nicht wirklich viel hängen. Der m.M. nach beste Song ist die auch wirklich ansprechend gesungene Ballade „Eternal Bliss“, wo er sich dann im Solopart auch meist zurücknimmt, sowie „God particle“ mit seinem akustischem Beginn und Ende. Die anderen drei Songs mit Gesang tendieren immer wieder Richtung Rainbow mit Graham Bonnet als Sänger, ohne dessen Klasse auch nur annähernd zu erreichen. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich hier doch wie zu Beginn seiner Karriere einen richtigen Sänger (Joe Lynn Turner, Göran Edman, Marc Boals oder Jeff Scott Soto) mit ins Boot zu holen und das Teil von einem externen Produzenten mischen zu lassen, so wie zu Beginn seiner Karriere. Die ersten sechs Alben von 1984 bis 1992 sind dann auch die, die man sich am ehesten ins Regal stellen kann. Das hier eher nicht und landet bei mir auch kein zweites Mal im Player. Dreieinhalb Punkte von meiner Seite. Wer sich das Teil dann dennoch kaufen will, sollte sich vielleicht zuerst bei YouTube die bis jetzt veröffentlichten offiziellen Videos anhören. (Music Theories Recordings) HJH

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