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Max Mutzke

Kritik zum Konzert am 20. Juni in Regensburg

Max Mutzke überzeugt beim Strandkorb-Festival am Regenburger Dultplatz

Wahrscheinlich ist ein Strandkorb die charmanteste Formulierung des Distanzgebots – bei Max Mutzke aber trauten sich viele der Insassen heraus, aus ihrem Schneckenhaus, um zu tanzen und mitzugrooven. Denn der schlaksige Kerl mit Hut ist einfach das, was man einen „verdammt guten Sänger” nennen muss. Obendrein einer, der nicht nur mit Soulgrößen wie Donny Hathaway, Marvin Gaye und Al Green genau die richtigen Vorbilder nennt. Nein, auch gesangstechnisch tatsächlich alles richtig macht. Er hat Power, er hat Gefühl. Und er hat ein unglaubliches Gespür für Variationen und Improvisationen, dafür, mit sich selbst in einen Hase- und Igel-Wettstreit zu treten, bei dem am Ende immer nur einer gewinnt: der auf die beiden Großbildschirme projizierte Max Mutzke nämlich. Und seine Band, die MonoPunks?  Das sind allesamt brillante Instrumentalisten. Tobias Held brilliert als Funky Drummer auch solistisch und harmoniert mit dem Slap-verliebten Bassisten Danny Samar ganz vortrefflich. Keyboard-Kollege Maik Schott, der bedauerlicherweise die Band verlassen wird, rollt nicht nur einen sauberen Hammondteppich aus. Und der US-amerikanische Gitarrist Fontain Burnett (der gemeinsam mit Johannes Papilaja auch für den Backgroundgesang zuständig ist) zeigt, dass der Soul in direkter Linie vom Jazz abstammt. Max Mutzke ist tatsächlich ein Teufelskerl. Einer, der nicht nach dem Haar in der Suppe sucht, sondern die Chancen nutzt, die sich ihm, dem Stimmwunder, eröffnen. Egal, ob er „White Lines“, Grand Master Melle Mels Stück aus Hip-Hop-Antike, rückübersetzt, in energetischen Rhythm’n’Blues. Oder ob er Sly Stones „Family Affair“ als Reggae-Hommage interpretiert. Da steht einer mit beiden Beinen im Flussbett der Soulmusik, und führt sie fort, hin zu „I can’t wait until tonight“ oder der neuen Single „Wunschlos süchtig“. Die beschließt nach rund 100 Minuten den Reigen der und sorgt so dafür, dass eine begeisterte nachgewachsene Generation Wege in die richtige Richtung gewiesen bekommt. Und zwar von Max Mutzke. Haben wir’s schon erwähnt: Das ist nämlich einer, der verdammt gut singen kann! (Peter Geiger)

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