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Helloween

Helloween

Die deutsche Metal-Institution beendet damit ihre sechsjährige Releasepause. Eine Premiere feiert die Band damit ebenfalls. Es ist das erste Album zu siebt und mit drei Sängern.

Sechs Jahre nach dem letzten Helloween Album „My God-given right“ erscheint mit dem selbstbetitelten Album endlich der 16. Studiostreich. Und was sich niemand vorstellen konnte trat dann doch ein. Michael Kiske ist zurück im Schoße der Familie. Nunmehr mit gleich zwei grandiosen, aber auch sehr unterschiedlichen Sängern ausgestattet (Kai Hansen mit seinem rauen Organ tritt auf dem Album eigentlich nur im Backgroundgesang auf, setzt da aber immer wieder mal nette Akzente) ist der Band ein richtig starkes Comebackalbum gelungen. Als erstes fällt mal die absolut fette Produktion von Charlie Bauernfeind mit Hilfe von Dennis Ward und Roland Prent auf, wo man auch den Bass wirklich gut raushört. Die Rhythmusabteilung liefert schon mal ab, die Drums hören sich an wie Drums, gerne auch mal im Schweinsgalopp unterwegs. Double Bass Drumming gehört halt auch zum Power Metal wie Ketchup zur Pommes. Absolut grandios sind die Gitarrensoli, Duelle und Duette von nun gleich drei Gitarristen, die dann auch immer perfekt zu den Songs passen, aber auch mal das Ruhige, Akustische gekonnt mit einbauen, wo es der Song braucht. Balladen gibt es keine, maximal wie beim Magnum Opus der Scheibe (dem ‚neuen‘ „Keeper of the Seven Keys“) „Skyfall“ , das so extrem abwechslungsreich aufgebaut ist, dass die zwölf Minuten wie im Flug vergehen, einige ruhige Momente ausgenommen. Auch das mit Keyboards verfeinerte „Angels“ ist zumindest partiell etwas getragener. Ansonsten gibt es nur den Vorwärtsgang wie beim mit knapp über drei Minuten kürzesten Speed Metal Kracher „Cyanide“, der an ganz alte „Walls of Jericho“ Zeiten erinnert. Allerdings fällt der Song im Vergleich zu den teilweise „epischen“ und wunderbar ausgearbeiteten Lieder doch schon ab. Dazu passt auch, dass generell immer wieder mal bekannte Passagen auftauchen wie bei „Down in the Dumps“, das eine Fortsetzung von „Eagle fly Free“ sein könnte. Ansonsten erkennt man eigentlich von ersten Ton an, dass es hier eine Helloween CD ist, die Kiske Songs hören sich an wie die Band halt zu der „Keeper“ Zeit, die Deris Songs wie alles, was danach kam, halt nur in frischer. Wer ihn als Sänger nicht leiden konnte tut es auch jetzt nicht, kann dafür aber halt die restlichen Songs genießen. Die beiden Stimmen in Verbindung mit Hansen harmonieren hervorragend und machen die Songs noch runder und geschmeidiger. Die Scheibe ist meiner Meinung nach die Beste der Band seit Keeper 2 (wobei ich die „Chameleon“ als einer der wenigen Menschen super finde). Sechseinhalb Punkte von meiner Seite sind hier sicher angemessen. Die beiden Extrasongs auf dem DigiBook (bzw. drei auf dem Earbook und gar vier auf der Japan CD „We are real“ ist hier der Japan only Bonus Track) lagen mir nicht vor. Lediglich Song #3  „Pumpkins United“ kennt man schon von 2017. Tolles Teil. (Nuclear Blast) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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