altemaelze

Ambedo

Ellis Mano Band

Der Ellis Mano Band gelingt es, dieses ganz ureigene Wesen des Blues, die Wurzel dieser Musik, die am Anfang aller heute so geliebten Popmusik stand, spür- und greifbar zu machen, ohne musikalisch in einen rückwärts gerichteten Traditionalismus zu verfallen.

Auch die Schweizer können rocken, dass wir längst seit Krokus, Shakra oder Gotthard. Und jetzt beweist uns das auch die Ellis Mano Band mit ihrem zweiten Album. Die Combo um Sänger Chris Ellis und Gitarrist Edis Mano beschreibt ihren Sound als „eine Art Rock n‘ Soul – tief verwurzelt im Blues“. Vervollständigt wird das Quartett noch durch Schlagzeuger Nico Looser sowie Bassist Severin Graf. Mit „Ambedo“ knüpft der Vierer nahtlos dort an, wo er vor zwei Jahren mit ihrem Debutalbum „Here And Now“ bereits angefangen hat. Schwermut und Blues sind die tragenden Säulen der zehn Stücke dieses zweiten Longplayers, und mit „Keep It Simple“, dieser wunderbar federleichten Nummer, hatte die Band jenen Song zur ersten Single auserkoren, der das Wesen des ganzen Albums inhaltlich und musikalisch auf einen Nenner bringt: Das Streben nach Perfektion ist unser Untergang. Auch Tage ohne Sonne können ganz OK sein – wenn wir bereit sind, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: Einander zu lieben. Womit die Band beim Kern des Wesens des Blues ankommt – jenem Sound, der gewachsen ist aus dem Gefühlsmix aus Melancholie, Schwermut und Trostlosigkeit, das ihm seinen Namen gegeben hat. Dieses Gefühl ist, was „Ambedo“ vom Ersten bis zum letzten Ton prägt. Der Ellis Mano Band gelingt es, dieses ganz ureigene Wesen des Blues, die Wurzel dieser Musik, die am Anfang aller heute so geliebten Popmusik stand, spür- und greifbar zu machen, ohne musikalisch in einen rückwärts gerichteten Traditionalismus zu verfallen. Da ist „Ambedo Mind“, der keck mit Soul und Funk flirtet, während „The Question“ oder auch „Johnny & Susie“ mit Volumen und Opulenz dem klassischen Rock huldigen – und plötzlich fällt das ganze Gebilde in sich zusammen, um in Momenten der Ruhe auf der „Long Road“ oder beim „Breakfast“ innezuhalten. (Jazzhaus Records/In-Akustik) P.Ro

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