altemaelze

Wild Haired

Telquist

Dieser Longplayer beweist, dass Telquist ein aufgehender Stern am Himmel der jungen Musiker in diesem Land ist.

Eigentlich heißt er ja Sebastian Eggerbauer, aber musikalisch bekannt ist er inzwischen bundesweit als Telquist. Geboren in Landshut und groß geworden im Münchner Osten, hat ihn sein Studium aber nach Regensburg verschlagen. Er hat eine wilde musikalische Sozialisation durchlebt, in seiner Jugend stand er am Bass von Indie-, Reggae- und Ska-Punk-Gruppen, bis ihm diese Bands stilistisch zu engstirnig geworden sind. Und er beschlossen hat „Wohlfühl-Singer-Songwriter-Pop“ zu machen, wie in einem Artikel seine Musik beschrieben wurde. Im Sommer 2018 ging er damit an die Öffentlichkeit: Eben als Telquist mit seinem Debut „Strawberry Fields“ mit zwölf seiner Songs. Und jetzt folgt mit „Wild Haired“ der Zweitling, dessen Veröffentlichung sich covid-19-bedingt nach 2021 verschoben hat. Schützenhilfe bekam Eggerbauer dabei vom Wiener Musikproduzenten Mario Fartacek. Etliche der neuen Songs wie „Mojo“ oder „Am I right“ sind schon veröffentlicht und bekannt und diese Songs haben recht neugierig auf das zweite Album gemacht, das seit 4. Juni mit insgesamt elf Tracks vorliegt. Und dieser Longplayer beweist, dass Telquist ein aufgehender Stern am Himmel der jungen Musiker in diesem Land ist. Und man hört ihn strahlen, den Telquist-Stern, der jetzt für eine Band steht. Wer Beck und Eels mag, wird hier fündig werden. Da tönt’s lässig, fast anmutig nostalgisch wie in »Nostalgia« oder »Trash Talk«. Und der Titeltrack »Wild haired« rotzt im Schwebegewand durch den Raum. Wer noch Anspieltipps braucht – einfach in  »Chills« reinhören, oder in »Taste«. Da gibt’s keinen Ausfall auf diesem Longplayer. Denn bei allen zugänglichen Melodien streicht immer ein Hauch experimenteller Drang nach besonderen, teils schrägen, teils weichzeichnerischen Sounds über diese Songs. Diese Mischung aus eingängigen Indie-Pop-Melodien mit Einflüsses aus Folk und Elektro ist absolut überzeugend, das ist Musik zwischen HipHop und Shoegaze – klug, interessant und chillig! Oder wie’s in einer Kritik zu lesen war: „Viel Ambition: Großer Pop-Habitus in den Refrains.“ Und deshalb hat die Süddeutsche Zeitung diesen Longplayer gleich zum „Album der Woche“ erwählt. (Blickpunkt POP) P.Ro

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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