altemaelze

Love 2 be hated

Social Disorder

Wenn man die Namen der Einflüsse so liest, weiß man auch schon wo die musikalische Reise hingeht. In den klassischen, erdigen Hard Rock in der Schnittmenge von Europe, Whitesnake, Rainbow, Deep Purple, etwas Scorpions und sogar frühe Bon Jovi.

Mit Social Disorder erblickt ein neues musikalisches Projekt das Licht der Welt. Diesmal nicht vom umtriebigen Frontiers Records Label initiiert, sondern vom mir unbekannten schwedischen Gitarristen Anders Rönnblom ins Leben gerufen, gibt es auf dem Mitte Juni 2021 erscheinenden Debüt „Love 2 be hated“ zehn feine Hardrock-Songs komplett ohne Ausfall auf die Ohren. Bei den beteiligten Musikern sollte das auch selbstverständlich sein. So treten u. a. Tracii Guns, Rudy Sarzo, die Duncan Brüder Jeff & Shawn oder Snowy Shaw in Erscheinung, wobei leider (zumindest im Promopack) nicht klar wird, wer hier bei welchen Songs an den Instrumenten zu hören ist. Ist aber im Endeffekt egal, denn auch die restlichen Musiker stehen den bekannteren Namen in nichts nach. Hervorheben muss man allerdings auch den starken und extrem talentierten (bis jetzt scheinbar aber nirgends in Erscheinung getretenen) Sänger Thomas Nordin mit seiner Stimme, die an eine Mischung aus Graham Bonnet und dem jungen David Coverdale erinnert. Aber auch Joey Tempest hat der gute Mann sicher schon mal gehört. Wenn man die Namen der Einflüsse so liest, weiß man auch schon wo die musikalische Reise hingeht. In den klassischen, erdigen Hard Rock in der Schnittmenge von Europe, Whitesnake, Rainbow, Deep Purple, etwas Scorpions und sogar frühe Bon Jovi. Die zum Glück fast omnipräsente Hammondorgel passt wie die Faust aufs Auge, feine Soli erinnern ein ums andere Mal an Michael Schenker und die zehn Songs liefern auf höchstem Niveau ab, wo man immer auch den schwedischen Einfluss erkennt. Herausheben mag man keinen davon. Zwei Titel (die letzten beiden auf der CD) unterscheiden sich dann aber doch vom Rest. Zum einen haben wir mit „The One“ eine ganz feine Pianoballade (ansonsten instrumental nur mit einem tollen Gitarrensolo versehen) und „Wings of Serenity“ – ein Instrumental, das einem beim Anhören an eine Mischung aus Tony MacAlpine (zu „Maximum Security“ Zeiten) und Yngwie Malmsteen (wenn er denn mal songdienlich soliert) erinnert. Sehr interessant. Das Album ist klasse und schön warm produziert und die Drums haben richtig Wumms und hören sich auch so an.  Die Lyrics sind recht tiefsinnig und autobiografisch, drehen sie sich doch um das Leben, den Kampf gegen Alkohol und anderer innerer Dämon des „Bandgründers. Von mir gibt es sechs Sterne und eine klare Kaufempfehlung. Interessierte checken den offiziellen YouTube Channel von AFM Records, wo es zwei Videos gibt. (AFM) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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