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Legend

Legend

Eine mitunter interessante Wiederveröffentlichung einer eher unbekannten Band, die es dennoch wert ist wieder- oder neuentdeckt zu werden, vor allem von Fans des etwas kauzigeren Liedguts.

Nach einer längeren Wartezeit, bedingt durch den Tod des Gitarristen Pete Haworth, wird das 1981er Debüt der britischen NWOBHM-Band Legend nun doch neu auf CD veröffentlicht. Dank Neudi von Golden Core Records, in Verbindung mit dem Mastering vom Experten Patrick Engel, stimmt nun auch die Geschwindigkeit der Songs, die beim ersten Release Anfang der 2000er nicht korrekt war. Soundtechnische Wunder sollte man dennoch hier nicht erwarten. Das alles tönt doch sehr undergroundig, aber dennoch gut hörbar. Vermutlich war hier ob der verfügbaren Vorlage nicht mehr drin. Geboten wird eine mitunter schräge (vor allem wenn die Gitarren in den ersten paar Songs Soli abliefern, die zumindest mich in ihrer Art an die Gitarrenarbeit von Mantas/ehemals Venom erinnern) Mischung aus Hard Rock, 70er Prog und etwas Doom. Auch den Gesang muss man mögen, tendiert er doch in die eher höheren Lagen. Man könnte es als eine Mischung aus dem frühen Geddy Lee aber auch Mark Shelton bezeichnen. Die Tracks #5 „Torture“ (kein Instrumental, obwohl es fast vier Minuten dauert bis der Gesang einsetzt), #6 „Hiroshima“ und #7 „Song for a Soldier“ ändern dann die musikalische Ausrichtung, auch ob  ihre Länge von sieben bis neun Minuten und erinnern hier sehr stark an Rush zu Beginn ihrer Karriere und sagen mir persönlich auch dank der hier wirklich starken Gitarrensoli, die sich doch vom Beginn der CD unterscheiden, am meisten zu. Die beiden Bonustrack (= 50% der EP „Frontline“) könnten so dann eher auf einem Anfang der 80er Jahre Saxon-Album (Song „Frontline“) bzw. Iron Maiden („Sabra & CHatila“) stehen. Letzter ist eine tolle Ballade mit feinem Solo und erinnert vom Aufbau usw. total an „Remember Tomorrow“. Die Produktion ist hier ebenfalls besser und auch gesanglich wurde eine Schippe draufgelegt. Der Rest der EP folgt dann auf der Veröffentlichung des Folgealbums „Death in the Nursery“ von 1982 im Juli. Fazit: Eine mitunter interessante Wiederveröffentlichung einer eher unbekannten Band, die es dennoch wert ist wieder- oder neuentdeckt zu werden, vor allem von Fans des etwas kauzigeren Liedguts. Toll aufgemacht ist die CD wie immer vom Label. Von meiner Seite gibt es hier viereinhalb Sterne. Interessierte checken vorab vielleicht YouTube wo es einige Songs zu finden gibt, aber nicht von dieser Version hier. (Golden Core Records) HJH

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