altemaelze

Blood in the Water

Flotsam & Jetsam

Mir unerklärlich, dass diese Band nie den ganz großen Durchbruch geschafft hat.

Mit „Blood in the Water“ veröffentlicht die Speed/Thrash Metal Band Flotsam & Jetsam aus Phoenix/Arizona Anfang Juni ihr bereits 14. Studioalbum. Beim Anhören der CD, die von Jacob Hansen fett drückend produziert wurde, reibt man sich die Ohren und blickt verwundert auf den Kalender. Die Frontsirene Eric A.K. klingt doch stimmlich absolut genauso wie damals beim 1986er Debüt „Doomsday for the Deceiver“. Die Band überzeugt auch musikalisch mit voller Thrashkante (gleich das Einstiegsdoppel „Blood in the Water“ und „Burn the Sky“ zeigen wo der Hammer hängt), feinen Gesangsmelodien in den Refrains (z.B. bei „A Place to Die“), dicken Riffs und tollen Soli (beim ansonsten eher schwächsten Song „Wicked Hour“) und einer Rhythmusfraktion, wo Drummer Ken Mary sein Kit in bester Double Bass Drummanier fast durchgehend verprügelt und auch der Bass schön hörbar im Mix präsent ist. Beim Drumsound hat es der Produzent aber etwas übertrieben – hört sich das doch an als ob wir hier eher bei Fear Factory wären ob des klinischen Geklackers. Damit nicht durchgehend das Gaspedal durchgetreten wird (das Album ist in sich schon etwas anstrengend anzuhören), gibt es ab und an schöne akustische Intros oder Zwischenparts (bei „Reagression“), etwas klassischen Power Metal („Brace for Impact“, das auch auf „Painkiller“ von Judas Priest so enthalten sein könnte und dem Abschlusstrack „7 Seconds“ mit tollem Text, Hammersoli und „reduziertem“ Gesang), britischen Heavy Metal a la Iron Maiden bei „Walls“, wo man doch tatsächlich glaubt Bruce Dickinson singt und Steve Harris pumpt am Bass, und eine wunderschöne Halbballade „Cry for the Dead“ mit viel Schmackes, und gleich zwei Gitarrensoli, so wie sie Metallica zu ihrer Hochzeit drauf hatte. Fazit: Mir unerklärlich, dass die Band nie den ganz großen Durchbruch geschafft hat. Auch hier gibt es wieder (wie fast bei allen Alben) klasse Musik auf die Ohren, wo mir nur ein oder zwei eher gemäßigtere Songs fehlen. Vor allem nach der Halbballade hobelt man sich doch etwas zu gleichförmig hyperschnell durch das Gelände. Das macht es etwas schwierig das lange Album (54 Minuten) am Stück zu genießen. Ansonsten großes Kino und sechs Punkte von meiner Seite. (AFM Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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