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Intruder

Gary Numan

Damit ist Gary Numan popästhetisch weiterhin vorne dabei, auf eigenartige Weise nostalgisch und futuristisch zugleich.“ schreibt das Magagzin „stereoplay“ in seiner neuesten Ausgabe.

Mai 1979. Es ist ein ganz gewöhnlicher Donnerstagabend; mit anderen Worten: Zeit für „Top Of The Pops“. Inmitten eines Zeitgeist-verhafteten Sounds aus Punk und Disco wird die Show scheinbar wie aus dem Nichts von einer Übertragung aus der Zukunft unterbrochen. Ein strahlendes Synthie-Riff verhallt zu einem treibenden Beat und ein nicht von dieser Welt stammendes Wesen betritt die Bühne – halb Roboter, halb Alien – um einen rätselhaften Text von androidischem Leben in einer dystopischen Zukunft zu präsentieren. Es handelt sich um Gary Numan mit seiner Band Tubeway Army und ihren Durchbruchshit „Are Friends Electric?“. Numan wurde damit zum Pionier elektronischer Popmusik und zählte zu den einflussreichsten britischen Musikern der späten 70er- und frühen 80er-Jahre. Jetzt mehr als 40 Jahre später veröffentlicht die Synthpop-Ikone Gary Numan sein brandneues Studioalbum „Intruder“. Es ist Numans 18. Soloalbum und der Nachfolger des 2017 erschienenen „Savage: Songs From A Broken World“, auf dem er von der Erde als einer trostlosen Wüstenlandschaft erzählt, in der die Menschheit und die Kultur von den Folgen der Erderwärmung in die Knie gezwungen wurde. „Intruder“ wurde in Numans Heimstudio in Los Angeles sowie bei Produzent Ade Fenton in Bath aufgenommen. Es ist ihr fünftes gemeinsames Werk nach „Jagged“ (2006), „Dead Sun Rising“ (2011), „Splinter (Songs From A Broken Mind)“ (2013) und „Savage (Songs From A Broken World)“ (2017). Auf seinem neuen Album präsentiert Numan nun eine aktualisierte, ergänzende Geschichte. Eine philosophische Auseinandersetzung mit einer möglicherweise in naher Zukunft bevorstehenden Apokalypse: Und einem Planeten, dessen einzige Überlebenschance darin besteht, seine Bewohner auszulöschen. „`Intruder` beschäftigt sich mit dem Klimawandel aus der Sicht des Planeten. Wenn die Erde sprechen und die Dinge so wahrnehmen könnte, wie wir es tun – was würde sie uns mitteilen? Wie würde es ihr gehen? Ein Großteil der Songs stellt meinen Versuch dar, ihr eine Stimme zu geben oder zumindest anderweitig auszudrücken, was ich denke, wie sie sich fühlt. Der Planet betrachtet uns als seine Kinder, die immer herzloser und egoistischer werden und denen es völlig egal ist, wie es ihm geht. Er fühlt sich hintergangen, verletzt und verwüstet. Desillusioniert und todunglücklich ist er an einem Punkt angelegt, zurückzuschlagen. Im Grunde betrachtet er die menschliche Rasse als eine Art Virus, der ihn angreift. Der Klimawandel ist das nicht zu leugnende Zeichen, mit der die Erde sagt: Genug ist genug! Sie tut schließlich, was getan werden muss, um uns loszuwerden. Und sie erklärt, warum sie denkt, dass dies der richtige Weg ist.“ so Numan und legt mit den 13 Tracks ein weiteres Beispiel für seinen gelungenen Mix zwischen elektronischer Musik und Industrial Rock, Gothic-Rock und Dark Wave. „Alles wirkt getragen und nachdrücklich zugleich, durch das Klangdesign und die beschwörende, eindringliche Stimme. Damit ist Gary Numan popästhetisch weiterhin vorne dabei, auf eigenartige Weise nostalgisch und futuristisch zugleich.“ schreibt das Magagzin „stereoplay“ in seiner neuesten Ausgabe. Treffend zusammengefasst. (BMG) P.Ro

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