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Die Tanzwut kehrt zurück

Tanzwut

Die Berliner melden sich mit ihrem zehnten Studioalbum zurück, Und am Sound und Stil hat sich nichts geändert.

Nach zweijähriger Recording-Pause melden sich die Berliner mit ihrem zehnten Studioalbum zurück, das Ende Mai veröffentlicht wird. Die Band gehört zu den Pionieren der deutschsprachigen Rockmusik im mittelalterlichen Gewand gehört. Und am Sound und Stil hat sich nichts geändert. Das zeigt gleich der Opener und Titeltrack “Die Tanzwut kehrt zurück” und peitscht wie ein unaufhaltsamer Sturm heran. Thematisch gehen die Berliner um Sänger „Teufel“ direkt in die Vollen: Das Lied erzählt vom schwarzen Tod, auch Pest genannt. Was bringt es uns im Sinne von Höher, Schneller, Weiter materielle Güter anzuhäufen? Tanzwut wollen uns die Augen öffnen, den Moment zu genießen und das Leben zu leben, so, als gäbe es keinen Morgen.  In “Feine Menschen” beweisen die Spielleute, warum sie zurecht zur Elite der deutschen Mittelalter-Rock-Szene gehören. Virtuos und zugleich majestätisch eröffnen schwere Dudelsäcke den Song, ehe sich Shumons treibende Drums dazugesellen. Auch hier greifen Tanzwut thematisch in die Trickkiste der eher unliebsamen Themen und prangern die Oberflächlichkeit und den Egoismus vieler Menschen an. Gekleidet ist dieser sozialkritische Text in ein düster-rockiges Gewand mit Headbanger-Qualitäten. Und mit Saltatio Mortis als Studiogäste kommt das leichtfüßige “Pack schlägt sich (Pack verträgt sich)“ als eine Hymne an Leben, Freundschaft und Zusammenhalt. Mit diesem Song feiern die seit Jahren befreundeten Spielleute die guten und die schweren Zeiten, die man – egal was passiert – zusammen durchsteht. Dafür sind Freunde schließlich da und alte Liebe rostet bekanntlich nicht. Die Sieben von Tanzwut beherrschen aber nicht nur die lauten Töne, sondern auch die leisen und zarten Klänge hervorragend beherrschen. Perfekt gelingt ihnen dies mit “Allein“, einer Beschreibung von Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe. Fazit: Die “Die Tanzwut kehrt zurück” überzeugt durch musikalische Vielfalt und sinnstiftende Texte. Und zu den zwölf Songs gibt es auf einer zweiten CD noch fünf Bonus-Tracks. (NoCut) P.Ro

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