altemaelze

The Electric Band

T.G. Coppperfield

Der neueste Copperfield-Output kommt im Juni – wir haben vorab schon reingehört und für diese Scheibe gibt’s gleich eine doppelte Rezension – von HuGe und HJH!

Der Musiker Copperfield ist NICHT identisch mit dem weltbekannten Magier, auch wenn seine Kunst durchaus magische Effekte haben kann. Sein bisheriger Output hat mir bereits einige schöne Stunden vor der HiFi-Anlage bereitet. Auch deshalb gönne ich dem in Falkenstein wohnhaften Musiker Copperfield – noch – mehr Erfolg; denn des Magiers Vermögen wird auf 800 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Musiker – und hervorragende Sänger – Copperfield kann sowohl Abrocken als auch wunderbar dreamy Americana-Balladen komponieren. Schon der erste Track ( = Titeltrack) „Knock me dead“ auf seiner neuen Scheibe rockt gewaltig los. Der treibende Rhythmus und die Gitarrenarbeit wecken Assoziationen an CCR‘s Hit „Hey tonight“. Wem das zu reduziert-abgespeckt erscheint, wird gleich beim zweiten Uptempo-Song mit instrumentaler Vielfalt (Keys, Rhythmuswechsel) wieder versöhnt. Und da Dauerpower sich auch abnutzen kann, kredenzt uns Tilo George mit Song Nummer drei eine süffige, optimistische Ballade im Stil von „Knockin‘ on heaven‘s Door“ und ist sich sicher, dass alles gut wird und singt „It‘s gonna be allright“. Auf seiner aktuellen Scheibe lässt Copperfield den Fuß auf dem Gaspedal und favorisiert Drive und Druck. Er spielt gelegentlich mit den Themen und Gitarrenriffs weltbekannter Musiker bzw. Songs, so meine ich z.B. das Riff von „Rolling and Tumblin“ (Cream etc.) auf Song Nr. 8 heraus zu hören. Aber das sind Assoziationen, die man bei Old-School-Blues(rock) immer wieder hat. Die Scheibe macht Spaß und und verliert sich keinesfalls im bluesig-larmoyanten „My Baby left me-Bluesgejammer“. Hervorragend unterstützt ihn seine „Electric Band“: Michael Air Hofmann an den Drums, der Michael Karl bedient den E-Bass und Claus Bächer spielt die Tasteninstrumente. Mir persönlich sagen seine ruhige(re)n Stücke – wie auf seiner wunderbaren CD „Magnolia“ von 2018 – mehr zu; „The electric Band“ ist keine Scheibe für Fans versonnener Balladen. Hier und jetzt liefert Mr. Copperfield aus dem vorderen bayerischen Wald eine fette Dosis mehr Bluesrock als akustischen Americana. Erfreulicherweise ist diese Platte nicht nur auf CD sondern auch in einer kultigen Vinyl-Version mit Text-Beiblatt erhältlich. (timezone) HuGe

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Der im positiven Sinne musikverrückte T. G. Copperfield, seines Zeichens auch Mainman hinter 3 Dayz Whizkey (wer die Band nicht kennt, unbedingt auch abchecken), veröffentlicht im Juni 2021 mit „The Electric Band“ seine bereits achte Soloveröffentlichung in den letzten vier Jahren. Was bei dem hohen Output ja immer erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass bei ihm das Niveau immer hoch ist und keinerlei Stinker aufweist. Auch auf dem neuen Scheibchen wird wieder feinste musikalische und sehr solide gesangliche Leistung dargeboten. Die Backingband – Michael Hofmann (Drums) und Michael Karl (Bass) ist tight wie eine enge Röhrenjeans, und was mir richtig gut gefällt, ist das grandiose Zusammenspiel von Piano oder auch Hammondorgel von Claus „Leslie“ Bächer. Beide Instrumente ergänzen sich perfekt, spielen sich die Bälle zu und bekommen auch viel Raum, um mit Soli technisch zu glänzen. Der musikalische Ansatz ist diesmal ein etwas anderer. T. G. zeigt in den zehn neuen Songs fast durchgehend seine Liebe zum Blues. Sei es eher im modernen Blues wie ihn ein Joe Bonamassa zelebriert („Bound to pay the Price“), eher traditionell mit Hard Rock-Einflüssen als Gary Moore zu „Still got the Blues“ Zeiten („Who’s to Blame“ mit gleich zwei kernigen Gitarrensoli), an die Südstaatenvariante von ZZ Top (bei „Long Distance Call“ nur echt mit Piano Solo) oder auch mal an den Altmeister B.B. King („Welcome to the Farm“) erinnernd. Wer nun ein Fan seiner Gitarrenkünste ist, wird etwas auf die Folter gespannt, denn erst ab Track #4, dem schön West Coast-mäßigen „That Fuss“ lässt er seine Gitarre von der Kette und gibt ein erstes tolles Solo zum Besten. Die Hammondorgel darf dann auch hier glänzen. Ab da wird dann den vorher genannten Gitarrenhelden mal so richtig gehuldigt und für die Hard Rock-Fans schaut dann bei „Ten Men on the dead Man’s Chest“ Richie Blackmore vorbei.  Für alle, dies etwas ruhiger mögen, gibt es mit „When the NIght is over“ einen schönen Song, auf den auch ein Bruce Springsteen stolz wäre. Das Magnum Opus des Albums ist allerdings das bereits oben erwähnte „Welcome to the Farm“, welches mit über acht Minuten nicht nur von der Länge her alles überragt. Nach ruhigem Beginn mit relaxtem Solo zieht der Song ab Mitte an Tempo an und glänzt mit einem zweiten Solo. Zum krönenden Abschluss zieht T. G. dann nochmal für knapp zweieinhalb Minuten aber mal so richtig vom Leder, dass die Saiten nur so glühen und allen Hobbygitarristen der Kiefer nach unten klappt. Ganz großes Kino! Und da auch die schön warme Produktion was kann, die Songs live im Abensberger Slash Zero-Studio in One Takes aufgenommen wurden (große Kunst heutzutage) sind hier sechseinhalb Sterne sicher nicht zu wenig. Und wenn jetzt der Gesang noch eine kleine Schippe drauflegen kann, dann muss man beim nächsten Album die Höchstnote ziehen. Die Gerüchteküche brodelt ja und wie es scheint sind auch schon wieder etliche Songs geschrieben. Absoluter Kauftipp meinerseits. Und sollte noch jemand nach meiner kleinen Kritik warum auch immer unsicher sein, ob er dieses Teil als großes Bundle mit Vinyl und CD handsigniert noch vor Veröffentlichung direkt bei Künstler ordern soll, dann schnell rüber zu YouTube, wo es zum Einstieg ins Album mit „You knock me dead“ einen kurzen aber coolen bluesigen Rocker mit Piano und Slideguitar auf die Ohren gibt. (timezone) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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