altemaelze

Relentless

Sweet Oblivion

Musikalisch gibt es hier genau das, was Fans eventuell an den „neuen“ Queensryche vermissen, nämlich die Rückbesinnung auf die richtige Hochzeit dieser Band.

Mit „Relentless“ veröffentlichte kürzlich das italienische Frontiers-Projekt Sweet Oblivion nach dem 2019er Debut ihr zweites Album. Von der ursprünglichen Besetzung bliebt nur Wundersänger Geoff Tate übrig, der dafür nicht nur Singen darf, sondern diesmal sogar ins Songwriting eingebunden ist. Musikalisch gibt es hier genau das, was Fans eventuell an den „neuen“ Queensryche vermissen, nämlich die Rückbesinnung auf die richtige Hochzeit dieser Band. Beim Anhören beschleicht einen das Gefühl es hier mit der kongenialen Fortsetzung von „Operation Mindcrime“ tun zu haben. Alles kling sehr vertraut und fast meint man, dass gleich Sister Mary ums Eck kommt. Natürlich hat die „Band“ nicht das gleiche Niveau, dafür fehlen hier schon mal die Gitarrenduelle von Wilton und DeGarmo, auch wenn Aldo Lonobile (von Secret Sphere) sich schon nette, aber leider eher kurze Soli aus dem Ärmel schüttelt. Die Produktion ist gut, die Drums nerven Frontiers typisch wieder teilweise durch die humpelige Spielweise (oder ist auf vielen Alben der gleiche Drummer nur unter Pseudonymen unterwegs?), dafür finde ich die eingestreuten Keyboardpassagen oder Intros wirklich gut, die einen bei „Let it be“, „Another Change“ und beim Einstiegssong „Once Again One Sin“ dann eher an das „Empire“-Album erinnern. Wobei mir der Song ob seiner, ich möchte es mal so ausdrücken, kalten Atmosphäre am Wenigsten gefällt. Dafür muss ich sagen, dass der Bass schön prominent im Mix ist, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Kann man wirklich gut bei den „Operation Mindcrime“-Songs „Strong Pressure“ und „Remember me“ („I remember now“ anyone ;-)?) erleben. Aus dem Rahmen fallen zwei Stücke: Das komplett auf italienische gesungene „Aria“ (keine Angst es ist keine Oper), das den härtesten Song mit einem schön langen Solo auf dem Album markiert und die Ballade „I’ll be the one“, die hauptsächlich auf Piano, Streichern (vermutlich aus der Konserve), Akustikgitarre und später etwas Schlagzeug basiert. Gefühlvoll gesungen, schönes reduziertes Gitarrensolo inklusive, wird es aber die Lager spalten. Die einen finden es grausig und öde, die anderen (so wie ich) eher toll. Vom Rest der Songs blieb dann zumindest bei mir das vorab ausgekoppelte „Another Change“ hängen, zu dem auch ein YouTube Video gibt. Hat dann den Vorteil, dass man das mit 42 Minuten recht kurze Album halt nochmal auflegt. Für Japan gibt es dann die Ballade „I’ll be the one“ noch in einer Acoustic Version, was auch immer das bedeuten mag. Wer es also braucht… Fazit: Von mir starke fünfeinhalb Sterne mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung, dann mit der gleichen Besetzung. (Frontiers) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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