altemaelze

The Gospel Truth

Gilby Clarke

Bei so einem gestandenen Musiker hätte jedenfalls schon Besseres herauskommen müssen.

Der ehemalige Kurzzeitgitarrist von Guns N‘ Roses (1991-1993) Gilby Clarke veröffentlicht 20 Jahre nach seiner letzten Soloscheibe mit „The Gospel Truth“  sein fünftes eigenes Studioalbum. Dafür, dass die Zeitspanne enorm ist, ist das Album mit gerade mal 33 Minuten schon sehr kurz ausgefallen. Und hinsichtlich der Plattenfirma werden kleinere Brötchen gebacken (Golden Robot = australisches Indie-Label). Der Sound ist gut, die Besetzung schon enorm (Nikki Sixx, Kenny Aronoff), aber meist nur auf einzelne Songs beschränkt. Gesanglich ist das Ganze dann eher so semigut (erinnert an eine schlechtere Mischung aus Axl und Alice Cooper, gut zu hören bei“ Rock and Roll is getting louder“)  und haut mich irgendwie nicht so recht vom Hocker. Leider reißt es die Gitarrenarbeit auch nicht recht raus, sind die Soli doch eher zweckdienlich und meist kurzer Natur, so wie die durchschnittlich drei Minuten langen Songs halt auch. Richtig klasse ist allerdings der Einstieg ins Album mit dem Titelsong, der mit schönen Bläserarrangements und klasse weiblichen Backgroundchören so richtig Gospelmäßig halt zu glänzen weiß. Das mit Abstand Highlight des Albums. Cool finde ich noch das bluesige, mit dicker Hammondorgel unterlegte „Wayfarer“, das mit schön poppigem Refrain ausgestattete „Rusted N Busted“ und den Rolling Stones-Gedächtnissong „Violation“. Der Rest ist halt eher so lala. Balladen gibt es keine zu hören. Muss man nicht haben unbedingt haben. Hier schlagen höchstens Fans von ihm und Alleskäufer zu, die von ihrer Lieblingsband dann auch alle Soloableger im Regal stehen haben wollen. Mit viel Wohlwollen und zugedrückten Hühneraugen sehr knappe vier Sterne. Bei YouTube hört man sicherheitshalber vorher mal rein bevor man einen Blindkauf wagt. Mindestens drei Songs gibt es da zu sehen bzw. hören. Bei so einem gestandenen Musiker hätte jedenfalls schon Besseres herauskommen müssen. (Golden Robot Records/Soulfood) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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