altemaelze

Witness

Vola

Einzelne Songs herauszuheben sollte man hier nicht machen, da dieses Alum ein musikalisches Gesamtkunst- und konzeptwerk darstellt!

Die dänisch/schwedische Band Vola veröffentlicht Ende Mai 2021 mit „Witness“ ihr bereits drittes Album seit 2015. Bis dato ging sie – leider – spurlos an mir vorbei. Das Album ist von Jacob Hansen soundtechnisch fett produziert worden und passt sich so der leicht futuristisch angehauchten Klangwelt perfekt an. Vor allem das Drumming erinnert in seiner Art immer etwas an Bands wie Fear Factory. Die Band agiert technisch auf höchstem Niveau, Sänger Asger Mygind, der auch klasse Gitarrensoli abliefert, hat ein wahnsinnig angenehme Stimme. Das rauhe und laut liegt ihm Fern. Hier stimmt dann auch mal die Stilbeschreibung im Promowaschzettel. Es gibt in der Tat progressiv Rock, Electronica, etwas (Nu) Metal, Pop usw. auf die Ohren. Wer sich also für eine Mischung aus Dream Theater, Korn (#4: „These black Claws“) , Muse, Coldplay meets Radiohead (#2: „24-Light Years“), Haken, aktuelle In Flames (#2: „Head-mounted sideways“) oder auch mal TriHop a la Massive Attack begeistern kann, liegt hier absolut richtig. Jeder Song klingt etwas anders. Stile werden gemischt und dennoch findet alles perfekt zusammen. Sogar vor eine Ballade mit „Freak“ wird, zum Glück, nicht zurückgeschreckt. Jeder Song hat zudem seine eigene Message. So handelt „Future Bird“ von einem Paar das sein ungeborenes Kind verloren hat. Bei „24-Light Years“ sucht jemand seine verschollenen Verwandten und in „Stone Leader Falling Down“ behandelt Mobbing und Missbrauch von Macht. Die Band greift hier also einige heiße Eisen auf und hat echt was zu sagen. Es empfiehlt sich hier dann tatsächlich auch mal auf die Texte zu achten bzw. sie mitzulesen. Einzelne Songs herauszuheben sollte man nicht machen, da das Album wie auch das kürzlich besprochene „The Promise of a Life“ von Reach ein musikalisches Gesamtkunst- und konzeptwerk darstellt und mir ebenfalls 6,5 Punkte wert ist. Bei YouTube (bzw. auf der Bandcamp Seite) kann man sich dann schon mal die ersten drei Songs des Albums audio bzw. audiovisuell reinziehen. Absoluter Kauftipp. (Mascot Records) HJH

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