altemaelze

The Devils is a Gambler

Hellryder

Wer bei dieser Band auf eher normalen Heavy Metal deutscher Prägung schließt wird seinen Ohren nicht trauen. Geboten wird auf dem Ende Mai erscheinenden Debüt „The Devil is a Gambler“ eher eine musikalische Mischung aus Motörhead, Five Finger Death Punch, Lamb of God mit kleinen Einsprengseln 80er Accept und Judas Priest sowie etwas Pantera.

In Zeiten von Corona, ohne Einnahmen aus Konzerten und Merchverkauf, muss man auch als Musiker kreativ werden. So entstand da die neue deutsche Band Hellryder, bestehend aus Chris Boltendahl und Axel Ritt von Grave Digger sowie dem Drummer Timmi Breideband von Gregorian und Bassist Steven Wussow von Orden Ogan. Wer nun ob der Bandnamen auf eher normalen Heavy Metal deutscher Prägung schließt wird seinen Ohren nicht trauen. Geboten wird auf dem Ende Mai erscheinenden Debüt „The Devil is a Gambler“ eher eine musikalische Mischung aus Motörhead, Five Finger Death Punch, Lamb of God mit kleinen Einsprengseln 80er Accept und Judas Priest sowie etwas Pantera. Das ist jetzt nicht unbedingt das, was mir nach dem Anhören wirklich zusagt. Die Songs sind fast alle relative kurz gehalten zwischen zweieinhalb und drei Minuten und holzen sich recht gleichförmig durchs Gelände. Dazu passt auch der Gesang von Chris, der sich hier mehr grölend als ein Konglomerat von Lemmy, Cronos und etwas Rob Zombie durch die Tracks laviert. Wer ihn nur von Grave Digger her kennt wird seinen Ohren nicht trauen. Leider sind die Gitarrensoli auch eher simpel und kurz, so dass ich dann schon Mühe hatte mich durch das eh nicht lange Album zu hören. Die Produktion ist dafür fett und sehr gelungen, die Musiker technisch über jeden Zweifel erhaben. Wenn es in den Refrains bzw. auf dem Weg dahin etwas melodischer wird (wie z.B, bei ‚Sacrifice in Paradise‘, ‚Night Rider‘ oder ‚I die for you‘), dann hebt das das Niveau. Ein klein wenig Abwechslung bringen der zumindest musikalisch an alte Accept Anfang der 80er erinnernde Titelsong (mit leider nervenden Drums) oder der Bonus-Track „I don’t wanna die“. Beim eher schleppenden „Passion Maker“ denkt man dann an Judas Priest Ende der 80er bzw. Anfang der 90er mit Tim Ripper Owens am Gesang. Der härteste Song des Albums „Chainsaw Lilly“ könnte so in der Form auch auf „Far beyond Driven“ (ein Album, das ich dann gleich wieder verkauft habe) von Pantera enthalten sein, Quietsoli inklusive. Alles musikalisch nicht so ganz mein Fall und somit eher für Fans moderner NWOAHM/Groove Metal geeignet, wird dieses Album sicher kein zweites Mal seinen Weg in meinen CD Player finden. Mehr als neutrale dreieinhalb Sterne sind hier leider nicht drin.  Wen es dennoch interessiert, der oder die hört lieber vorher mal in den Einstiegssong „Hellryder“ bei YouTube rein. Wobei der für mich persönlich der einzige echte Ausfall auf dem Album ist. (ROAR) HJH

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