altemaelze

Fire it up

Steve Cropper

„Fire it up“ hat nichts mit dem süffigen Crooner-Soul eines Sam Cooke zu tun, hier regiert knackiger, erdiger Uptempo-Groove, sowie Blut, Schweiß und Tränen. Steve hat offensichtlich keine Zeit für Altersmüdigkeit. Geht gut ab!

Oh, Steve is still alive! Es ist das erste Album seit 1969, auf dem er selbst solo zu hören ist, nachdem er jahrzehntelang im Soul, Blues und Rock’n’Roll zu Hause war. Cropper kündigte das Album mit der Veröffentlichung des ersten Tracks aus dem Album – „Far Away” – an, einer bouncenden Soul-Nummer, die sich stark am klassischen R&B orientiert und Croppers charakteristische Gitarre zeigt, die immer im Dienst des Grooves steht. Als Gründungsmitglied der legendären Blues Brothers und einer der wichtigsten Produzenten, Songwriter und Gitarristen von Stax Records (dem Konkurrenz-Label von Motown), u.a. als Gitarrist der Hausband Booker T. and the M.G.’s, brachte Steve den klassischen Soul einem ahnungslosen Publikum wieder näher, und wurde dafür vom Rolling Stone in die Top 40 der größten Gitarristen aller Zeiten aufgenommen. “Midnight Hour” von Wilson Pickett, “(Sittin’ On) The Dock of the Bay” von Otis Redding, “Soul Man” und “Hold On I’m Coming” von Sam and Dave – man kann einfach nicht über Soulmusik ohne Steve Cropper sprechen. Er spielt auf John Lennons “Rock N Roll”-Album, Frank Blacks “Honeycomb”- und “Fast Man Raider Man”-Alben und auf mehreren Alben von Ringo Starr. Er hat auch für John Prine, Jeff Beck und John Cougar Mellencamp produziert. „Fire It Up“ hat seine Wurzeln in Sessions mit Felix Cavaliere, die schon zehn Jahre zurückliegen. Die beiden nahmen damals einige einfache Tracks auf, die am Ende nicht auf „Midnight Flyer“ passten. Diese Tracks wurden vom damaligen Produzenten Jon Tiven festgehalten. “Jon holte diese Aufnahmen heraus und rief mich an und sagte: ‘Weißt du, dieses Zeug ist ziemlich gut. So war praktisch eines Tages die Idee zu „Fire It Up“ am anderen Ende der Leitung geboren und Jon und ich haben die Tracks überarbeitet und neue Songideen entwickelt”, sagt Steve. Cropper ist auf diesem Album sowohl Gitarrist als auch Produzent. Doch auch nach all den Jahren bleibt er bescheiden, was seine musikalischen Fähigkeiten angeht. “Ich habe das Gitarrenspiel bei der Arbeit gelernt”, sagt er. “Abgesehen davon, dass ich mit Kumpels gespielt habe, hatte ich maximal drei Unterrichtsstunden“. Klar, bei so viel Understatement ist man noch verzückter über das, was hier geboten ist. Da klingen die late 60ies im Kopf wieder nach, man hört zwischen den Ohren die genialen Bands auf dem Stax-Label, eben der gute – keinesfalls glatt gebügelte – Old School-Soul. „Fire it up“ hat nichts mit dem süffigen Crooner-Soul eines Sam Cooke zu tun, hier regiert knackiger, erdiger Uptempo-Groove, sowie Blut, Schweiß und Tränen. Steve hat offensichtlich keine Zeit für Altersmüdigkeit. Geht gut ab! (Provogue/ Mascot Label Group/Rough Trade) HuGe

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