altemaelze

You & Us

Pools

Geboten wird auf diesem Debutalbum in der Hauptsache eine sehr schwermütige Mischung aus Americana/Country, Folk, Gospel, Electronica, für die man nicht unbedingt depressiv sein sollte.

Das schwedische Duo Pools, bestehend aus Multiinstrumentalist Frederik Forell und Sänger Arvid Hällagård, veröffentlicht Mitte Mai 2021 ihr Debütalbum „You & Us“. Geboten wird in der Hauptsache eine sehr schwermütige Mischung aus Americana/Country, Folk, Gospel, Electronica, für die man nicht unbedingt depressiv sein sollte. Dabei beginnt dann das Album noch recht schwungvoll mit „Grave“, das einen an eine Mischung aus Welshly Arms „Legendary“ und Rag’n’Bone Man „Human“ erinnert. Ab da bewegt sich das Album musikalisch im Schildkrötentempo durch fast alle der restlichen sieben Songs, die instrumental sehr reduziert dargeboten werden mit Bass, Drums, etwas Gitarre oder Banjo, mal ein Keyboard oder Piano, etwas Elektronik. Mehr ist nicht. Track #2 „Walk“ könnte so auch locker auf einer Beerdigung in New Orleans laufen. Hier kommt mir die Szene aus „Live and Let Die“ dem 73er Bond Film in den Sinn, bevor die Band dort beschwingt weiter musiziert, nachdem der Agent im Sarg liegt. Bei „Looking for Trouble“ wird es noch ruhiger – nur mit Piano, Streichern und etwas Bass Drum. Dafür gefällt der Song auch gesanglich. Grausig wird es beim mit Atari 500 ST-Soundeffekten, Babyquaken und Glucksen unterlegten, mit Banjo aufgepimpten „By the old Noon“, wo es einem die Schuhe auszieht. Zum Glück ist es ab hier dann nicht mehr weit zum Ende der mit knapp 32 Minuten erfreulich kurzen Scheibe. Der Titelsong #7 auf der CD, „You & us“, holt einem ob seiner flott rockigen Art aus dem Tiefschlaf und geht treibend mit knarzigen Gitarren und schönem Pianospiel voran. Neben „Grave“ und „Looking for Trouble“ die für mich einzig erträglichen Songs auf dem Album. Zum Abschluss gibt es mit „This Dance“ dann nochmal eins mit der elektronischen Keule übergezogen. Hört sich an wie eine Mischung aus Neil Diamond, Barry Manilow und Moby oder so. Die Produktion ist total retro und tönt wie The White Stripes usw., während der Gesang eher aus den 30er Jahre stammen könnte. So gar nicht mein Fall und mir mit allen zugedrückten Hühneraugen nur drei Sterne wert. (Something Beautiful Recordings/The Orchard) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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