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Live On Earth: The Online Lockdown

Imperial Age

Ende April 2020 spielten Imperial Age “live im Studio” dieses Corona-Lockdown Konzert „Live in Earth“!

Die 2012 in Moskau gegründete Band Imperial Age veröffentlichte kürzlich ihr Ende April 2020 live im Studio gespieltes und via YouTube gestreamtes Corona-Lockdown Konzert „Live in Earth“. Das Teil ist echt gut produziert, das Publikum fehlt hier natürlich schon sehr, und die ganze „Bühnenshow“ ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig. Wie schon die Alben zuvor, wurde auch hier auf eine Plattenfirma verzichtet und alles im DIY-Verfahren gestemmt. Geboten wird hier klassischer Symphonic Metal mit gleich drei Sängerinnen- bzw. Sänger. Auffallend ist der Verzicht auf „normalen“ Gesang (die zwei kurzen und leider auch verzichtbaren Growleinlagen des Gitarristen bzw. des Bassisten lassen wir mal unter den Tisch fallen), stattdessen gibt es teilweise ganz schön theatralischen Tenorgesang vom Bandgründer AOR (der echt gewöhnungsbedürftig ist) sowie Sopran und Tenor der beiden Sängerinnen. Man sollte also schon einiges aushalten in der Richtung, um da Gefallen dran zu finden und vor allem das komplette Konzert am Stück durchzuhalten. Die Backingband agiert sehr solide, der Gitarrist leiert sich einige schöne Riffs aus den Rippen, auch wenn sich die Gitarre manchmal schon echt seltsam vom Klang anhört und mehr an eine Balalaika erinnert. Leider stammt der komplette symphonische Teil vom Band/aus dem Computer. Mangels Platz und evtl. geeigneter Musiker sind die Keyboards, Streicher, Flöten, Chöre und auch der Dudelsack bei „Battle Heart“ halt leider nur programmiert. Was dann doch zumindest mich ziemlich nervt, sind diese ganzen Q&A-Passagen, die eine Moderatorin alle zwei Songs zur Sprache bringt und den „Konzertfluss“ dadurch komplett zum Erliegen bringt. Die Fragen sind auch weder richtig spannend, noch werden sie dann gut beantwortet, außer Bandleader AOR springt in die Bresche. Er ist der Einzige, der ob seines schottischen Ursprungs auch vernünftig Englisch spricht. Das zieht alles ganz schön in die Länge und bringt das Konzert auf die stattliche Länge von 160 Minuten. Die können dadurch echt lang werden und ich verlor dann irgendwann auch das Interesse an den einzelnen Songs und verlor auch den Überblick, welcher Song gerade gespielt wird. Deshalb gehe ich da diesmal nicht darauf ein. Wer sich mit einer musikalischen Mischung aus Nightwish, Epica, After Forever, Edenbridge, Rhapsody of Fire, aktuelle Therion (mit denen die Band schon auf Tour war und deren Bandleader Christofer Johnsson die Band auch unterstützt) etwas Helloween usw. anfreunden kann, kann hier gerne mal ein Ohr oder auch ein Auge riskieren, je nachdem welches Medium man gerade zur Verfügung hat. Bei mir war es die DVD, und vielleicht wurde bei der CD Version ja diese ganze Fragerei herausgekürzt. Dann würde die Musik insgesamt mehr Spass machen. Nach Manowar tönt hier eigentlich nur von der Musik her der wohl bekannteste Song der Band, der Rausschmeisser „The Legacy of Atlantis“. Kann man haben, muss man nicht. Eine Bewertung fällt hier echt schwer und normal benotet man Live Scheiben ja eher nicht. Ich vergebe aber dennoch mal neutrale vier Punkte. Bei YouTube gibt es etliche Songs vom „Konzert“ zu begutachten. Man sollte hier also lieber vorher echt mal eher reinschauen wenn man die Band bis dato noch gar nicht kannte. (Imperial Age)

 

 

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