altemaelze

The Piano Sessions

Taming the Shrew

Diesmal in einer Doppel-Kritik - die aber gar nicht so weit auseinander liegen!
Zerbrechlicher und direkter als in voller Besetzung jemals möglich, präsentieren Gesangs-Genie Danie Liebl und Piano-Wizard Norbert Staudte ihre Songs als Duo und zeigen, dass es auch so ungezähmt und mehr als fantastisch klingen kann, wenn die Band in reduzierter form losgeht.

Der Lockdown hat nicht wenige Musiker dazu gebracht, aufgrund eingeschränkter Möglichkeiten neue Wege zu beschreiten, denn Proben und Konzerte in Vollbesetzung sind danke Kontaktbeschränkung quasi schwer bis nicht möglich. Was also tun, wenn die Musik aber genau vom gemeinsamen Jammen in großer Runde, gleichzeitiger Präsenz mehrerer Instrumente und psychedelischer Opulenz lebt? Da hilfts, nur den Kern der Songs aufzubrechen und die Herzstücke in reduzierter Version in verknappter Besetzung zu präsentieren. Ein Experiment, das bei der Regensburger Psychedelic-Rockband Taming The Shrew nicht nur gut funktioniert, sondern ein ganz neues Licht auf die durchweg hohe Qualität der allseits bekannten Songs wirft. Zerbrechlicher und direkter als in voller Besetzung jemals möglich, präsentieren Gesangs-Genie Danie Liebl und Piano-Wizard Norbert Staudte ihre Songs als Duo und zeigen, dass es auch so ungezähmt und mehr als fantastisch klingen kann, wenn die Band in reduzierter form losgeht. Taming The Shrew vs. Lockdown: 1:0!!! Großartig! (Bandcamp) H1

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Oje, aufgrund der Lockdown-Massnahmen gibts keine Live-Konzerte und deshalb weder eine Vinyl-Version noch eine TAMING THE SHREW-CDs dieses Albums für uns. Klar, der Verkauf dieser „physischen Tonträger“ läuft ja primär bei den Live-Gigs. Die Regensburger versuchen aus der Not eine Tugend zu machen und veröffentlichen auf Bandcamp und anderen digitalen Plattformen ab März 20121 ihre „Piano Sessions“. Im Ernst, nur Stimme und das Piano von Norbert Staudte? Wo bleibt der treibende und vielschichtige progressive Bluesrock der TAMING-Band? Das Resultat: Die erstklassige Stimme von Sängerin Dani kommt natürlich deutlich und trennscharf rüber, keine E-Gitarren-Battles überlagen ihr fulminantes Organ. Wer es ruhiger und (be)sinnlicher mag, dürfte hier zustimmend nicken. Wie dem auch sei, ich vermisse die Blueslicks zelebrierenden flirrenden E-Gitarren, die treibenden Drums und den satten Hammond-Orgel-Sound. Die letzten Scheiben der Band waren einfach zu gut, dass ich mich authentisch über die „Piano Sessions“ freuen könnte. I am sorry. (Bandcamp) HuGe

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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