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Cleopatra

Everdawn

Das Debüt-Konzept-Album „Cleopatra“ der US-Combo Everdawn setzt voll auf symphonischen Metal mit den üblichen Zutaten: Orchester, Orchester, Keyboards, Elsensängerin, flinke Gitarren und Doublebassdrums.

Die neue amerikanische Band Everdawn veröffentlichte vor gut sechs Wochen ihr Debüt-Konzept-Album „Cleopatra“. Dabei setzt die Band voll auf symphonischen Metal mit den üblichen Zutaten: Orchester, Orchester, Keyboards, Elsensängerin, flinke Gitarren und Doublebassdrums. Umschreiben könnte man es als Anna Netrebko auf Metal. Der einzig bekannte Musiker ist hier mit Bassist Mike LePond ein absoluter Könner an seinem Instrument, spielt er doch sonst bei Symphony X (und bei zig anderen Bands, die einen fähigen Bassisten brauchen). Leider hört man es explizit nur bei „Pariah’s Revenge“ bzw. dem Instrumental „Toledo 712 A.D.“ raus. Macht aber nix, denn auch so gefällt das ohne Balladen auskommende Album, wirklich gut. Die Gitarrensoli sind sehr fein und zahlreich vertreten, passen fast immer in den Songfluß und werfen sich geschickt die „Bälle“ zu. Die Orchestrierung (keine Ahnung ob echt oder aus dem Computer) untermalt die Lieder wirklich wunderbar ohne zu aufdringlich zu sein und auch der Gesang von Sängerin Alina Gavrilenko ist formidabel. Allerdings sollte man sich im Klaren sein (und kein Problem damit haben), dass sie in so hohen Sphären singt (Sopran), dass man besser keine Gläser in der Nähe hat. Die würden hier vermutlich zerspringen. Sie könnte problemlos auch eine Oper singen, macht aber auch in den wenigen eher „normal“ gesungenen Passagen eine gute Figur, wie bei den eher „ruhigen“ Songs „Lucid Dream“ bzw. dem mit tollem Refrain verfeinerten „Heart Of A Lion“. Was von der üblichen Formel dieser Musikrichtung abweicht ist das völlige Fehlen eines männlichen Gegenparts, der growlt oder normal singt. Lediglich bei „Your Majesty Sadness“ gibt es einmalig ein Duett mit Gastsänger Thomas Vikström von Therion, das etwas Erholung für die Ohren bietet. Der einzige, nennen wir es mal vorsichtig, Ausfall ist für mich der mit unter drei Minuten kürzeste Song zum Abschluss des Albums mit „The Last Eden“, wo Alina quasi mit sich selbst im Duett singt, und hier zerrte es dann echt an den Nerven. Die Produktion und das Mastering sind perfekt, was auch kein Wunder ist, lagen sie doch in den extrem kompetenten Händen von Musiker (Edge of Sanity, Katatonia), Multiinstrumentalisten (alle Instrumente die man in einer Metal Band braucht) und Produzenten Dan Swanö (Opeth, Dissection, Marduk usw.). Somit von mir eine Kaufempfehlung für alle, die mit dieser Musikrichtung was anfangen können und  fünf Sterne fürs Erste. Der Rest hört lieber bei YouTube mal rein, ob er stimmliche „Overkill“ nicht für einen zuviel ist. (Sensory Records/Alive) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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