altemaelze

Travelogue

Stimulators

Es ist eine interessante musikalische Reise, die hier geboten wird, praktisch ein Fahrtenbuch durch einige Musikstile unserer Welt. Das geht von Südamerika bis ins zentralasiatische Usbekistan.

Die Stimulators, oder „Stims“, wie sie in Fankreisen genannt werden, haben nach langer Recordingpause mit „Travelogue“ ihr siebtes Studioalbum, das erste seit „Loaded“ (2009), und das zehnte Album insgesamt, im März veröffentlicht. Klar, dass da nach gut zwölf Jahren die elf Songs auf dieser Scheibe schon längst Teil des Bühnenrepertoires der Band geworden sind, und Peter Schneider & Co. angesichts des Corona-Lockdowns und keiner Aussicht auf Live-Auftritte in nächster Zeit beschlossen, endlich wieder ins Studio zu gehen, um diese Stücke endlich einzuspielen. Die Stimulators gibt es seit 1998, als Schneider, nachdem er für Willy Michl, Hans Söllner, Marius Müller-Westernhagen, Ike Turner und viele andere Gitarre und Mundharmonika bedient hatte, beschloss auf eigenen musikalischen Füßen zu stehen. Die Band ist seit Beginn praktisch unverändert. Zwar hat Oskar Pöhnl 2018 seine Schlagzeug-Position an den Percussion-Spieler Hans Mühlegg übergeben, und der wiederum die Percussion an Trompeter Florian Sagner, ansonsten hat sich nichts geändert. Diese Band ist absolut eingespielt und das merkt man auf den 11 neuen Tracks. In einer Rezension war zu lesen: „Ich find die Songs klasse – die Arrangements – die Performance – den Sound und die Aufmachung! Das ganze Ding kommt mit solch eleganter Wucht und mit soviel Verve durch die Tür, dass man vergisst, was man schon seit geraumer Zeit auszublenden versucht! Hier wird auch der Unterschied zwischen „Band“ und „Projekt“ deutlich. Und was es bedeutet beim Musizieren denselben Puls zu haben.“ Und das trifft voll den Punkt. Wer Anspieltipps braucht, der höre doch mal in „Rock Steady Cumbia“ oder „Damage Control“ rein, oder in Billy Boy Arnold’s „I Wish You Would“, das auch schon die Yardbirds oder Canned Head gecovert haben. Oder in „Django Style“ sowie „House Full Of Liquor“. Es ist eine interessante musikalische Reise, die hier geboten wird, praktisch ein Fahrtenbuch durch einige Musikstile unserer Welt. Das geht von Südamerika bis ins zentralasiatische Usbekistan. Da hat sich das lange Warten gewohnt. (United Sounds Records). P.Ro

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

Share on facebook
Share on twitter