altemaelze

Odyssey

Vokonis

Geboten wird eine gute, schön drönig produzierte Mischung aus Stoner Rock, Doom, Metal, Sludge und etwas Prog. Ganz klar als Sieger geht die Gitarre aus dem Ganzen hervor.

Das schwedische Trio Vokonis veröffentlicht im Mai 2021 bereits ihr viertes Album „Odyssey“. Bis dato ging sie spurlos an mir vorbei und wenn ich mir den Einstiegssong „Rebellion“ anhöre, der mich ob des gepressten, leicht fauchigen an Jeff Walker von Carcass erinnernden Gesang nicht so wirklich anspricht, dann würde ich das Album nach einem Durchlauf gleich wieder aus dem Gedächtnis streichen. Man würde der Band aber unrecht tun. Wenn man sich der Musik dann öffnet, genug „Sitzfleisch“ mitbringt für die richtig tollen langen Songs und seinen Focus mehr auf den Co- Leadsänger richtet, der eine tolle Stimme hat, dann hat man mit dieser CD doch Freude. Geboten wird eine gute, schön drönig produzierte Mischung aus Stoner Rock, Doom, Metal, Sludge und etwas Prog. Ganz klar als Sieger geht die Gitarre aus dem Ganzen hervor. Die Soli sind richtig klasse, toll gespielt, manchmal etwas fuzzig, aber in Verbindung mit den ganzen Tasteninstrumenten, die von Per Wiberg (u.a. Opeth bzw. Spiritual Beggars) als Gast wunderbar in Szene gesetzt wurden, das Salz in der Suppe. Hier empfehle ich dann zuerst mit den drei Longtracks #2 (neun Minuten „Odyssey“: Doomig a la Trouble, Wechselgesang, ruhige Parts, mal etwa Growlen, schöne Hammond Orgel und coole Soli) ), #5 (acht Minuten „Hollow Waters“: beginnt als eher getragenen, ruhiger Hard Rock Song und wechselt dann in Keyboard unterlegten Doom)  und #6 (zwölf Minuten „Through the Depths“, der sich nach ebenfalls ruhigem Beginn zu einem harten Rocker steigert, wie immer fette Hammondorgel inklusive, nach fünf Minuten in einen längeren ruhigen Gitarrenpart übergeht, um dann für die restlichen sechs Minuten zu einer einzigen Gitarrensoloschlacht überzugehen, die so auch von Neil Young stammen könnte). „Blackened Wings“ könnte in der Form dann eher von einer 80er Jahre Scheibe von Manilla Road stammen, nur mit besserer Produktion. Wer sich also eine Mischung aus Spiritual Beggars, Trouble, Mastodon, Manilla Road, Rush usw. vorstellen kann und keine Problem mit dem Gesang des einen Sängers hat, wird mit der etwas sehr kurzen Scheibe (knapp 40 Minuten in etwa) dennoch seine Freude habe. Ich vergebe mal viereinhalb Punkte (vielleicht wächst die Scheibe aber noch) und verweise auf die Bandcamp-Seite der Band, wo man sich aktuell zwei Songs komplett anhören kann. (The Sign) HJH ****/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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