altemaelze

Inner Coasts

Sundays

Die Folk-Band aus Dänemark legt mit „Inner Coasts“ jetzt ein noch geradlinigeres Album mit zehn Tracks vor, mit düster schimmerndem Klavier, dem Crunch elektrischer Gitarren und ihrem charakteristischen melodischen Touch

Sie kommen aus Dänemark und haben 2019 mit „WIACA“ ihr Debut veröffentlicht. Dieses Album überzeugte mit introspektivem Folk und dem gleichzeitigen, unbändigen Willen zu großen melodischen Hooks. Nach Auftritten und Touren in Dänemark, Norwegen, Deutschland und Kanada schiebt die Folk-Band mit „Inner Coasts“ jetzt ein noch geradlinigeres Album mit zehn Tracks nach, mit düster schimmerndem Klavier, dem Crunch elektrischer Gitarren und ihrem charakteristischen melodischen Touch. An ihrem zweiten Album arbeiteten sie mit dem Produzenten und Songwriter Asger Techau, der die Formel mit mehr Dringlichkeit und Wucht in Richtung Rock erweitert und den Klang der neuen Platte maßgeblich beeinflusste.  Alle Songs schreibt dabei Sänger und Gitarrist Magnus Jacobsen. Das Arbeiten am Album ging Jacobsen zügig von der Hand. Nach der Veröffentlichung von „WIACA“ reiste er durch Nord-Norwegen und Japan und die dort gesammelten Eindrücke fungierten als sprudelnde Quelle, die sein Songwriting speiste. Auch wenn die beiden Alben auf der Zeitachse nah beieinander liegen, unterscheiden sie sich sowohl im musikalischen als auch im lyrischen Bereich. Die Themen der Lieder sind immer noch sehr persönlich, doch für Jacobsen sind sie unmittelbarer als je zuvor: „Ich bin bei ‚Inner Coasts‘ viel offener ans Songwriting herangegangen, viel direkter und manchmal vielleicht sogar banaler. Die Kollaboration mit Asger Techau hat mir geholfen, den Mut aufzubringen, um dieses neue Level zu erreichen.“ Die Palette von „Inner Coasts“ ist weit gefasst. Sentimentale, das Herz auf der Zunge tragende Liebeslieder wie „All We Have Is Time“ stehen Seite an Seite mit glimmernden, ambitionierten Songs wie „Midnight Passing“. Inner Coasts hat die Seele und den Punch des Rock, behält aber auch die charakteristischen melodischen Hooks bei, die den Sound von Sundays definieren. Fans des Debütalbums werden sofort die intensiven, mehrstimmigen Harmonien in „Weightless Feathers“ wieder erkennen, auch die Choral-artigen Verläufe in „Take Me Home“ werden niemanden überraschen. Doch zwischen wohliger Vertrautheit lassen sich zahlreiche neue Nuancen wie der Cinematic Rock von „Siberia“ oder „Shadow Dress“ entdecken. Kein Wunder, dass dieses Album bei MDR-Kultur zur „Platte der Woche“ gewählt wurde, u.a. mit dieser Begründung: “Zu den melancholischen Songs von Sundays kann man ganz wunderbar tagträumen oder die eigenen inneren Küsten bereisen.” Dem stimme ich zu, man höre nur in „Drifter“ rein, das auch als Single ausgekoppelt wurde. (K&F Records) P.Ro

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