altemaelze

Growing Up Is A Mess

Sidewalk Surfers

Die zwölf neuen Stücken sind sowohl eine Würdigung als auch ein Abschied von der eigenen Vergangenheit – eine Coming Of Age-Platte, die sich das Erwachsenwerden genauso wie gesellschaftskritische Themen vorknöpft

Seit 2014 aktiv, präsentiert der Saarbrücker Skatepunk-Fünfer nach der Debut-EP „Not Me“ von 2016 und dem Vorgänger „Dinner for Sinners“ von 2018 jetzt drei Jahre später Ende März das zweite Studioalbum mit „Growing up is a mess“. Ob das Quintett bereits zur Hochzeit von Legenden wie LAGWAGON, MILLENCOLIN, NOFX oder NO USE FOR A NAME aktiv Musik gehört hat, darf bezweifelt werden, umso besser scheinen sie sich dennoch auszukennen in diesem Kosmos, der wahlweise Melodycore oder Skatepunk genannt wird. Dabei zeigen Pecko (vocals, guitar), Kiwi (vocals, guitar), Kinzi (guitar) Dende (drums) und Chris (organ) auf der neuen Scheibe, dass sie sich weiterentwickelt haben. Die zwölf neuen Stücken sind sowohl eine Würdigung als auch ein Abschied von der eigenen Vergangenheit – eine Coming Of Age-Platte, die sich das Erwachsenwerden genauso wie gesellschaftskritische Themen vorknöpft. Clever und unverhohlen verhandeln Songs wie „New World“ und „An Apology“ aktuelle politische Themen wie die Klimakrise und die Folgen des Kapitalismus, während „21“, mit dem das Album startet, das Gefühl beschreibt, im digitalisierten 21. Jahrhundert aufzuwachsen. Die Sidewalk Surfers rechnen mit einigem ab, was heutzutage verkehrt läuft und verlieren dabei trotzdem nie ihren jugendlichen Leichtsinn aus den Augen. Mit „Drunk Together“ oder „Porta Potty Anthem“ liefern sie abermals den Soundtrack für einen feuchtfröhlichen Sommer im Skatepark oder auf dem nächsten (Post-Corona-)Festival. Neben Tracks, die die Jugend feiern, darf auch eine gewisse Portion Teenage Angst nicht fehlen – ob es um „Losers“ geht, die im Keller abhängen oder um das ständige Auf und Ab der Gefühle, das in „Rapid“ besungen wird – auf diesem Album werden sich sowohl die Kids der 90er als auch heutige Generationen wiederfinden können. (Barhill Records/Cargo Records) P.Ro

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