altemaelze

A virtual world

Metalite

Geboten wird hier sehr poppig, süßer (manch anderer Kritiker schreibt hier klebriger Schlager) Metal light!

Eineinhalb Jahre nach dem letzten Album „Biomechanicals“ melden sich die Schweden Metalite Ende März 2021 mit ihrem neuen, dritten Album „A viritual world“ zurück. Zwar diesmal ohne textliches Konzept ausgestattet hat sich an der Musik nichts geändert. Geboten wird sehr poppig, süßer (manch anderer Kritiker schreibt hier klebriger Schlager) Metal light (gutes Beispiel wäre hier der Endtrack „Synchronized“) mit einer Sängerin, der leider jedweder Schmutz in der Stimme abgeht, die aber sonst richtig gut singen kann. Mir kommt hier z. B. Anita Hegerland in den Sinn, falls die noch jemand kennt (Mike Oldfield anyone?). Das Fehlen jeglicher männlicher Stimmen, sei es im Background oder mal als growlender Gegenpart, macht es dann nicht so einfach das Album durchzuhören, da sich die Songs vom Aufbau usw. extrem ähnlich sind und sich nur marginal durch den mehr oder weniger starken Einsatz von Keyboards, Synths und Soundeffekten unterscheiden. Auch wird der Songtitel dann schon mal wirklich oft wiederholt, wie z.B. beim Einstiegssong „Cloud Connected“. Im extremsten Fall klingt das dann wie eine Mischung aus Pharao und Marusha auf Metal, wenn es sich dann anhört wie in einer Technodisco oder auf einem Rave wie bei „Beyond the Horizon“. Die Songs an sich sind ausgelegt auf den eingängigen Refrain, der dann schnell ins Ohr geht, da kurz verweilt und auch schon wieder verschwunden ist. Richtige Ausfälle gibt es nicht. Am wenigsten gefällt mir hier „Peacekeepers“ mit seiner extrem nervigen Textwiederholung „Peacekeepers, Keepers of Peace“ wo dann auch der Refrain an sich sehr unpassend ist. Meine persönlichen Highlights sind dann auch die Songs, wo es etwas, nennen wir es mal bodenständiger zugeht: „Talisman“, „The Vampire Song“ und vor allem das balladeske „Alone“. Die Band selber ist extrem fit, die Drums drücken mit fast permanenten Doublebassdrumseinsätzen, die beiden Gitarristen schütteln sich schöne Riffs und auch man feines Solo (wenn auch eher kurze) aus dem Ärmel und die Jacob Hansen Produktion ist wie immer sehr fett geraten. Dennoch wird es dann am Ende des Guten zu viel und das Album ist mir mit allen Augen (inklusiver der Hühner) zugedrückt sehr knappe vier Punkte wert, denn eine wirkliche Weiterentwicklung ist nicht festzustellen. Für Fans von Amaranth, Amberian Dawn, Beast in Black usw. ist es vielleicht dennoch ein Ohrenschmaus. Ach ja – beim Lesen des Promozetteltextes musste ich dann doch lachen. (AFM) HJH

***/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

Share on facebook
Share on twitter