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Bayerischer Kabarettpreis 2021

Am 10. März wurden die Preisträger und Preisträgerinnen bekannt gegeben – die Verleihung erfolgt im November.

Auch dieses verleiht der Bayerische Rundfunk gemeinsam mit dem Münchner Lustspielhaus den “Bayerischen Kabarettpreis” in vier Kategorien. Die Preise gehen in diesem Jahr an Wilfried Schmickler (Ehrenpreis), Django Asül (Hauptpreis), das Duo Suchtpotenzial (Musikpreis) sowie Eva Karl Faltermeier (Senkrechtstarter-Preis). Da gratulieren wir ganz besonders Eva Karl Faltermeier.

Der Bayerische Rundfunk fördert Kabarett und bietet mit der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises namhaften Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne und jungen Talenten ein Sprungbrett. Der Bayerische Kabarettpreis ist eine Gemeinschaftsinitiative des Bayerischen Rundfunks und des Münchner Lustspielhauses. Seit 1999 wird der Preis jährlich in vier Kategorien an Künstler aus dem deutschsprachigen Raum verliehen. Er würdigt scharfsinniges Kabarett, das auf unverzichtbare Weise die Gesellschaft und das Zeitgeschehen künstlerisch ergründet. Und in der Kategorie „Senkrechtstarter“ wird Eva Karl Faltermeier ausgezeichnet.

Wenn es die Kategorie „Senkrechtstarter“ beim Bayerischen Kabarettpreis noch nicht gäbe – für die diesjährige Preisträgerin Eva Karl Faltermeier hätte man sie erfinden müssen. Denn die Oberpfälzerin ist offiziell erst seit dem 1. April 2020 freischaffende Kabarettistin. Und dafür wurde es allerhöchste Zeit. An der etwas naiv dreinschauenden, wunderbar unprätentiösen Dunkelhaarigen und ihrem ersten Kabarettprogramm “Es geht dahi” kommt keiner mehr vorbei. Mit originärer Weltsicht, geprägt von der Gegend am östlichen Ende Bayerns und den Lebensweisheiten ihrer Oma, analysiert sie die Ansprüche der Gegenwart: dass Frauen immer perfekt sein sollen und das dann tatsächlich auch von sich selbst erwarten – das Ganze ins Groteske übersteigert durch Instagram und all die angeblich so sozialen Medien. Eva Karl Faltermeier, geboren in Regensburg, aufgewachsen in Eichhofen, kultiviert dabei eine Eigenschaft, die man Männern verzeiht und Frauen vorwirft. Die Rede ist vom Grant, den sie auf der Bühne gekonnt einsetzt, um sich in Rage und weit darüber hinaus zu reden. Und je schneller sie spricht, im feinsten Südoberpfälzer Dialekt natürlich, umso klarer scheinen ihre Gedanken zu leuchten, umso furioser webt sie ihre Geschichten aus der Provinz, die alles sind, nur nicht provinziell. Eher universell. Die 37-Jährige sagt alles geradeheraus, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und schert sich nicht darum, ob sie vielleicht scheitern könnte. Das Bittere ist ihr lieber als das Süße: Das erträgt man eh, aber alles Schwierige ist doch viel interessanter. Ausgestattet mit böser Ironie und schwarzem Humor entlarvt Eva Karl Faltermeier in ihrem Programm die Absurditäten des Lebens, eigenwillig-grotesk und herzlich-komisch. Und zurück bleiben: eine beglückte Künstlerin und ein hochzufriedenes Publikum.

Die Preisverleihung findet am 8. November im Münchner Lustspielhaus statt und wird voraussichtlich am Donnerstag, 11. November 2021, im BR Fernsehen ausgestrahlt. Luise Kinseher führt als Gastgeberin durch den Abend.

Fotokredit: facebook faltermeier/ingo pertramer

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