altemaelze

Immortal

Michael Schenker Group

Ein tolles Album, bei dem die Gitarre im Vordergrund steht.

22 Jahre nach dem letzten MSG Album „The Unforgiven“ erschien im Februar 2021 endlich wieder Nachschub in Form von „Immortal“ mit dem sechsten Longplayer. Wie bereits beim 2019 veröffentlichten Album „Revelation“ unter dem Band Namen Michael Schenker Fest, versammelt Mastermind MS auch hier wieder einige herausragende Sänger sowie auch Mitmusiker wie ‚Mr. Überall‘ Ronnie Romero, Ralf Scheepers, Joe Lynn Turner oder Michael Voss, dazu die Drummer Brian Tichy, Simon Philipps, Bodo Schopf, Barry Sparks (der schon bei der neulich veröffentlichten Durbin CD am Bass zu glänzen wusste) sowie Derek Sherinian an den Keys. Die Produktion an sich ist recht gut, auch wenn ich mir etwas mehr Punch und etwas weniger Muff gewünscht hätte. Der Star des Albums ist natürlich die Gitarre, die von Anfang bis Ende zu glänzen weiß mit Solis auf höchsten Niveau, aber immer dem Song dienlich und nie nur  einfach um zu zeigen, dass man einer der besten Gitarristen der Welt ist. Schön nachzuhören u. a. beim relativ “poppigen” nach UFO-tönenden “The Queen of Thorns and Roses“ mit gleich zwei schönen Soli, die in ihrer swingenden Art halt unverkennbar sind. Der Wahnsinn in Tüten ist dann der letzte Song „In Search of the Peace in Mind“, der ob seiner zu Beginn relaxten Art mit gleich drei Sängern und einem über zweieinhalbminütigen Endsolo komplett aus dem Rahmen fällt und im Original so nicht aufgenommen wurde 1972. Er schlägt halt als Scorpions-Coversong eine Brücke zum Beginn der Karriere von Michael Schenker. Der Einstieg ins Album mit „Drilled to kill“ beginnt dann gleich mal mit einer Überraschung, hatte man Deutschlands Powerhouse Stimme Ralf Scheepers (aka The German Rob Halford) doch nicht auf einem MSG Album erwartet. Aber er bewältigt die Aufgabe mit Bravour. Genauso wie bei fast allen Songs die Stimmen wunderbar zu den einzelnen Liedern passen wie Ronnie Romero beim extrem an Rainbow erinnernden „Sail the Darkness“, Michael Voss beim bereits oben erwähnten „TCoTaR“ und der wirklich tollen Ballade „After the Rain“ oder auch Joe Lynn Tuner „Don’t die on me now“.  Zwei Songs fallen hier aber dann doch stark ab, wo mir der Gesang dann leider so gar nicht zusagt: „Knight of the Dead“ (nur der Refrain ist gut) mit RR  und das an Deep Purple erinnernde „Devil’s Daughter“ (musikalisch dafür mit klasse Ritchie Blackmore Gedächtnissolo) mit RS. Dafür holt Ronnie Romero beim mexikanisch angehauchten „Sangria Morte“ die vorher leicht angebrannten Kohlen wieder aus dem Feuer.  Ein Wort noch zu den Drummern: Auch hier wird echt Großes geleistet mit ein paar kleinen Kratzern. Bei einigen Songs ist mir das Spiel etwas zu simpel und ohne Raffinesse geraten mit den so vor sich hinklöppelnden Drums. Ist aber Jammern auf hohem Niveau. Ich gebe trotzdem fünfeinhalb Sterne her für ein tolles Album, das zusätzlich noch durch die beiliegende BluRay mit dem Auftritt vom 2019er Bang your Head-Festival mit 140 Minuten Spielzeit aufgewertet wird. So geht Fanfreundlichkeit. Andere würden das Teil als Extra-VÖ verticken. Fast alle der zehn Stücke sind auch Anspieltipps. (Nuclear Blast) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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