altemaelze

The Fire inside

Siggi Schwab

Gibt hier einen knapp 56minütigen Ritt durch einen schönen Mix aus Hard Rock, Classic Rock, etwas Blues (Gary Moore bzw. Joe Bonamassa Style) und Boogie, immer auf der Spur der Vorbilder und Künstlern mit denen Schwarz bereits zusammengearbeitet hatte.

Der schwäbische Gitarrist Siggi Schwarz veröffentlichte Mitte Februar mit „The Fire inside“ sein bereits elftes Album. Ich muss gestehen, bis dato ging sein musikalisches Schaffen spurlos an mir vorbei und ich kenne tatsächlich nur seine Zusammenarbeit mit der Singer/Songwriterin Sarah Straub bei ihrem Song „Moving Mountains“ in der Alternativfassung. Als Gitarrist, der schon mit der Creme de la Creme aus dem Hard Rock- und Metal-Bereich zusammengearbeitet hat im Studio oder on Stage, liegt das Augenmerk der Songs natürlich im Gitarrenbereich. Hier werden klasse Soli am laufenden Band abgefeuert. Die mir unbekannte Rhythmusfraktion überzeugt ebenfalls mit einem klasse Groove und bringt auch ordentlich Druck auf die Kesseln. Die Produktion von Siggi und dem Sänger Dave Schaefer ist ebenfalls sehr gelungen. Leider lässt sich das über die Vocals nicht sagen, die im besten Fall durchschnittlich sind. Ich werfe mal als Qualitätsvergleich Keith Richards Soloalben in den Ring. Mich holt er damit nicht ab. Davon abgesehen gibt es einen knapp 56minütigen Ritt durch einen schönen Mix aus Hard Rock, Classic Rock, etwas Blues (Gary Moore bzw. Joe Bonamassa Style) und Boogie, immer auf der Spur der Vorbilder und Künstlern mit denen zusammengearbeitet wurde. Blues Rock a la Gary Moore mit leichten Black Crowes-Einfluss beim mit fast sechs Minuten längsten Song auf dem Album, „Simple Life“, oder bei „Lockdown Love”, 70er Jahre ZZ Top artigen Südstaaten Rock, gemischt mit Boogie bei „Rockin‘ through the Night“ oder „B-Boogie“. Dazwischen tummeln sich noch Anleihen an Whitesnake, UFO, MSG, Aerosmith, AC/DC usw. in schön kompakten Songs zwischen drei und vier Minuten, zusammengehalten alle von der Gitarre. Und dank schöner Refrains werden auch die Vocals immer abgefedert und so unterfüttert, dass man sich nicht wünscht, das wäre eine Instrumentalscheibe. Das es dann gesanglich auch anders gehen kann, kann man an zwei der besten Tracks auf dem Album nachhören, wo ich dachte hier singt jemand anders: „Give it to me“ und „Get together“. Wirklich erstaunlich. Das wären dann auch meine Anspieltipps, zusammen mit dem weiter oben bereits erwähnten „Simple Life“ und dem Einstiegssong „Spend the Night with me“ mit geilem Refrain ausgestattet und lustigen ‚Uh Ahs‘ verfeinert, wo man im Geiste einen Indianerstamm ums Lagerfeuer tanzen sieht. Somit gibt es für die Musik und die überragende Gitarrenarbeit sechs Sterne, für den Gesang dreieinhalb und einem Endschnitt von dann aufgerundet fünf Sterne und eine Kaufempfehlung für das gänzlich balladenfreie Album. Bei YouTube gibt es zum Reinhören dann Videos zu „Badass“ bzw. „Spend the Night with me“. (Siggi Schwarz Music/Pride & Joy Music) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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