altemaelze

Live in Bulgaria 2020

U.D.O.

Die Setlist enthält neben fünf unverzichtbaren Accept-Gassenhauern („Princess of the Dawn“ wie immer ein Mitsinggarant, wo das bulgarische Publikum steil geht, „Metal Heart“, „Midnight Mover“, „Fast as a Shark“ und natürlich „Balls to the Walls“ ) noch Songs aus dem immer noch aktuellen letzten regulären Studioalbum „Steelfactory“

Mit “Live in Bulgaria 2020 – Pandemic Survival Show” veröffentlicht „uns“ U.D.O. je nach zählweise („Nailed to Metal“ gehört als Nachschlag eigentlich zur „Live in Russia“) sein bereits siebtes Live Album und nach „Live in Sofia“ das zweite, das in Bulgarien aufgezeichnet wurde. Das Besondere hier ist, dass es zum Einen das einzige Livekonzert von der Band in 2020 auf Grund der Covid19-Pandemie war, und es zum Anderen unter freiem Himmel in der extrem coolen Location des Amphi Theaters in Plovdiv aufgeführt wurde. Die Setlist enthält neben fünf unverzichtbaren Accept-Gassenhauern („Princess of the Dawn“ wie immer ein Mitsinggarant, wo das bulgarische Publikum steil geht, „Metal Heart“, „Midnight Mover“, „Fast as a Shark“ und natürlich „Balls to the Walls“ ) noch Songs aus dem immer noch aktuellen letzten regulären Studioalbum „Steelfactory“, das nachfolgende sehr gelungene Experiment „ We are One“ wird aus nachvollziehbaren Gründen ausgeklammert. Zudem haben sich wohl einige selten oder noch nie live gespielte Stücke (hab es nicht im Einzelnen überprüft) und ältere Gassenhauer (wie das sehr melodiöse, im Midtempo gehaltene „In the Darkness“ vom `87er Debüt Animal House“ oder „Timebomb“ vom gleichnamigen 91er Album“) eingefunden und damit deckt die Setlist somit -natürlich kann nicht jedes Album berücksichtigt werden – vom Debüt bis zum aktuellen Longplayer irgendwie alles ab. Die Band ist in Topform, Bass und Schlagzeug legen ein extrem solides, grooviges Fundament (Udo’s Sohn Sven an den Drums und Neubassist Tilen Hudrap dürfen auf CD #2 beim, für mich allerdings verzichtbaren knapp achtminütigen Drum- und Bass-Solo ihre Klasse zeigen). Das Gitarrenduo glänzt mit geschmackvollen Twinguitarpassagen, die denen von z.B. Accept in nichts nachstehen (sehr gut nachzuhören beim an „Metal Heart“ erinnernden „Independence Day“ bzw. „Rising High“), die Gitarreros dürfen ihr technisches und immer songdienliches Können natürlich aber auch in einzelnen Solospots zeigen. Udo selbst ist noch immer gut bei Stimme, auch wenn man ihm das Alter schon ein wenig anhört, raspelt sich gekonnt durch die Lieder, kann aber auch mit melodiösen Gesangslinien (unterstützt mit tollem Chorgesang der anderen Bandmitglieder), wie bei der Halbballade „Rose in the Desert“, dem bereits erwähnten „In the Darkness“ und auch „I give as good as i get“ punkten. Soundtechnisch ist hier alles im Lot, auch wenn mir der Einstiegssong „Tongue Reaper“ etwas dumpf und vom Gesang zu weit hinten vorkommt. Danach wird es aber richtig gut und der Mann am Mischpult hat seine Knöpfe richtig justiert. Wie sich das Ganze dann auf der BluRay anhört, schon alleine wegen der Location der CD vorzuziehen, kann ich aktuell mangels nicht vorliegenden Muster nicht beurteilen. Allerdings habe ich mich gewundert, warum es auch 2021 noch Konzerte auf dem Medium gibt, die nur PCM Stereo als Soundoption anbieten und nicht zumindest DD 5.1. wenn schon nicht DTS. Ist nicht mehr zeitgemäß. Sei es drum. Ich vergebe mal knappe sechs Punkte für das gut 145 minütige Werk, auch wenn man Live Album normal nicht benotet, und spreche eine klare Kaufempfehlung aus. (AFM Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

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