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When life was hard and fast

Ricky Warwick

Das fünfte Soloalbum von Ricky Warwick – ein gelungenes Classic-Rock-Album!

Die einen kennen ihn von The Almighty, die meisten aber von seiner Zeit bei Thin Lizzy bzw. deren Nachfolgern Black Star Riders. Mit denen hat er mittlerweile vier von der Kritik gefeierte und kommerziell erfolgreiche Alben veröffentlicht, von denen zuletzt 2019 »Another State Of Grace« erschienen ist. Danach spielte er als Nachfolger des 2016 veröffentlichten »When Patsy Cline Was Crazy… And Guy Mitchell Sang The Blues« sein fünftes Solo Album mit dem Titel »When Life Was Hard And Fast« ein, das im Frühjahr 2021 veröffentlicht wird. Es wurde in Los Angeles aufgenommen und von Keith Nelson (Ex-BUCKCHERRY) produziert, der einen großen Teil der Songs zusammen mit Warwick geschrieben hat. „Keith Nelson und ich teilen die Leidenschaft für guten, ehrlichen Rock n‘ Roll. Die Zusammenarbeit an diesem Album mit Keith, der die gleiche Einstellung und Arbeitsweise hat wie ich, war selbstverständlich… außerdem passte die Tatsache großartig, dass er eine unglaubliche Sammlung an Vintage-Gitarren besitzt. Ich wollte ein Album erschaffen, das die einfachen Melodien von TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS mit dem elektrischen, hedonistischen Zorn von JOHNNY THUNDERS AND THE HEARTBREAKERS erfüllt. Das Album mit einer kompletten Band, so weit möglich, live aufzunehmen, war nötig, um den gewünschten Effekt zu erzielen.“ soweit Warwick. Xavier Muriel (Ex-BUCKCHERRY) am Schlagzeug und Robert Crane (BLACK STAR RIDERS) am Bass komplettierten den Kern der Band und lieferten eine erstaunliche Performance, die den Songs wahres Leben einhaucht. Dazu hat Warwick wieder einige seiner engsten Freunde als Gäste auf diesem Album dabei. Darunter Andy Taylor (DURAN DURAN & POWER STATION), Luke Morley (THUNDER), Joe Elliott (DEF LEPPARD) und Dizzy Reed (GUNS N ROSES). Außerdem findet sich mit ‚Time Don’t Seem To Matter‘ ein Duett zwischen Ricky und seiner Tochter Pepper auf der Scheibe. „Ich kann es kaum erwarten, bis die Fans dieses Album hören und ich es auf Tour entweder mit meiner Band THE FIGHTING HEARTS oder alleine als Akustikversion spielen kann – das wird großartig. Ich bin dankbar, nach 30 Jahren Musik aufnehmen, immer noch begierig darauf zu sein, Songs zu schreiben und zu spielen. Es ist immer noch das gleiche Gefühl wie an jenem Tag vor all diesen Jahren, als ich meine erste E-Gitarre bekam.“ Fazit: Das ist Hard Rock der alten Schule mit unüberhörbarer Thin-Lizzy-Affinität – was aber nicht verwunderlich ist, ist daneben aber auch US-Melodic-Rock als Einfluss hörbar. Ein gelungenes Classic-Rock-Album! (Nuclear Blast/Rough Trade) P.Ro

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

Zu den einzelnen Tracks des Album gibt es hier jeweils einen Kommentar von Ricky Warwick:

  1. ‘When Life Was Hard And Fast’ – Ein Song, den ich mit meinem guten Freund Sam Robinson zusammen geschrieben habe (wir haben schon auf meinem letzten Solo Album zusammengearbeitet). Der Song erinnert an das Gefühl, als wir aufgewachsen und Träumen hinterhergejagt sind. Und an die Freunde, die dabei auf der Strecke blieben. Wie viel einfacher das Leben manchmal wirkte, als man jünger war, obwohl es das damals nicht war. Joe Elliot (DEF LEPPARD) singt bei diesem Song die Backgroundstimme.
  2. ‘You Don’t Love Me’ – ein gradliniger Song mit einer eindeutigen Bedeutung… Die Erkenntnis, dass du deine Zeit verschwendest in einer Beziehung, wenn die andere Person nicht das gleiche empfindet wie du. Luke Morley (THUNDER) spielt ein wundervolles Gitarrensolo bei diesem Song.
  3. ‘I’d Rather Be Hit’ – “I’d rather be hit by any man than hurt by any woman“ ist eine echte Metapher, warum unsere Politiker uns immer weiter enttäuschen. Menschlichkeit scheint das letzte zu sein, um das sie sich scheren. Frieden, Liebe und Verständnis sind nur traurige, leere Worte. Andy Taylor (Ex-DURAN DURAN, POWER STATION) spielt eins seiner typischen Gitarrensoli bei dieser Nummer.
  4. ‘Gunslinger’ – Das Lied wurde von Willy Deville (aka Mink Deville) geschrieben und ist die B Seite seines großen Hits ‚Spanish Stroll‘ aus dem Jahr 1977. Ich hatte die 7-inch Single und wollte es schon seit Jahren covern! Einer meiner Manager, Adam Parsons, ist bei diesem Song Gastschlagzeuger.
  5. ‘Never Corner A Rat’ – Dieser Song basiert auf einer Unterhaltung, die ich mit einem Ex-US Marine Soldaten hatte und in dem er über das System in seinem Land sprach, für das er gekämpft und das er geliebt hat, bevor es ihn im Stich gelassen hat.
  6. ‘Time Don’t Seem To Matter’ – wahrscheinlich der persönlichste Song für mich auf der Scheibe. Geschrieben wurde er von meiner jüngsten Tochter Pepper. Und es war ein ganz stolzer Vatermoment, sie bei diesem Song im Duett mit mir zu hören. Das ist die Demoversion dieses Songs und wir wollten eigentlich versuchen ihn neu aufzunehmen für das Album, aber wir glauben, dass wir die Stimmung und das Gefühl des Demos nicht verbessern können.
  7. ‘Fighting Heart’ – Das ist der erste Song, den Keith und ich für die Scheibe geschrieben haben. Ein Song darüber, nichts und niemanden aufzugeben. Haltet an euren Idealen fest und ändert euch nicht, nur um jemanden zu beeindrucken.
  8. ‘I Don’t Feel At Home’ – Dieser Song handelt von der Drogensucht und wie sie nicht nur einen selbst, sondern auch die Familie und Freunde betrifft. Ein Song über den Versuch, die Sucht zu besiegen, aber gleichzeitig zu beschämt zu sein um nach Hilfe zu fragen. Dizzy Reed (GUNS N ROSES) spielt bei diesem Track die Keyboardparts, einer von drei Songs, bei denen er auf diesem Album dabei ist.
  9. ‘Still Alive’ – Ich liebe den Film Hell Or High Water. Er war die Inspiration für diesen Song und die Charakterentwicklung darin. Keith Nelson spielt hier eine grandiose Slide-Gitarre.
  10. ‘Clown Of Misery’ – Das war eine Demo-Idee, die ich in mein Mobiltelefon gesungen und dann an Keith geschickt habe. Hier mochten wir wieder die Einfachheit, daher haben wir nichts verändert. Der Track handelt vom Lachen nach außen hin, obwohl man innerlich weint.
  11. ‘Your My Rock ‘n Roll’ – Ein bombastischer Lobgesang auf die Kraft und die majestätische und lebensbejahende Obsession, genannt Rock n Roll. – Ricky Warwick

 

 

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