altemaelze

Morgenrot

MajorVoce

Ronald Zeidler, aka MajorVoice, der Opern-Bass-Sänger, veröffentlicht damit sein nunmehr drittes Album. Das erste mit reinen “Eigenkomposition” und gleich vier davon auf Deutsch gesungen.

Ronald Zeidler, aka MajorVoice, veröffentlicht mit “Morgenrot” sein nunmehr drittes Album. Das erste mit reinen “Eigenkomposition” und gleich vier davon auf Deutsch gesungen. Nun war mir der Opernbasssänger bis dato kein Bergriff und das hier vorzufindende Genre des Dark Gothic Opern Pop/Rock ist nun auch nicht wirklich meine Welt. Kenn ich doch gerade mal Lord of the Lost und Mono Inc. Lord of the Lost-Frontman Chris Harms hat hier dann auch gleich mal die wirklich fette Produktion übernommen.  Wer mit viel Orchester (aus der Dose), Streichern usw. unterlegte Songs nicht mag, der sollte hier einen großen Bogen um das Album machen, denn in jedem Song gibt es mal mehr mal weniger davon. Mir hat es dann überraschend gut gefallen. Die extrem tiefe “Grabesstimme” (Ivan Rebroff ist ein Bruder im Geiste) verbunden mit oftmals opernhaften Gesang hat schon was, wenn man sich daran gewöhnt und eingehört hat. Ein Teil der Songs ist dann auch eher im Musicalstyle gehalten wie “Lullaby of Pain” ein wunderbares Duett mit der mir unbekannten Sängerin Scarlet Dorn aus “Miss Sarajevo”, das so auch bei Phantom of the Opera enthalten sein könnte oder der mit fünf Minuten längste Abschlusssong “I believe”. Manches erinnert mich an die poppigen Lieder von Sunrise Avenue (“Sunbed in the Rain”, “I’ll remember you” – wunderschöne Ballade mit traurigem Text) und es geht auch mal richtig rockig zur Sache mit schönen Gitarrensoli (“Live this day forever”, “Kein Meer zu tief” oder “When you love someone”), die dann zu meinen Highlights gehören. Verzichtbar ist für mich der Gastsänger bei “Ruf mich”, aber das muss letztendlich jeder selber entscheiden. Ausfälle gibt es keine und den einzigen Punktabzug gibt es für das nicht Vorhandensein eines echten Drummers. Das hört man dann doch extrem raus, trotz der wirklich guten Drum-Programm-Arbeit. Fans von Lindsey Stirling und David Garret kommen beim Opener “Waves of Love” zum Zuge, hört sich doch das Geigenspiel Ally Storch (Subway to Sally) bei diesem recht fröhlichen und beschwingten Beginn, total nach diesen Künstlern an. Bei “Wenn du gehst wird” es leider etwas doch arg schmalzig und auch musikalisch könnte man sich den Song auch locker von Helene Fischer interpretiert, vorstellen. Fazit: Ich war echt überrascht, dass mir dieses Album so gut gefällt und vergebe hier mal fünf Sterne. Wer auf diese Musik steht, obige Bands plus Unheilig in seiner späteren musikalischen Ausrichtung zu seinen Favoriten zählt, macht hier beim Kauf definitiv nichts verkehrt. Alle anderen, die noch etwas unsicher sind, ziehen sich die drei offiziellen Videos bei YouTube rein. (NoCut) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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