altemaelze

Medicine at Madnight

Foo Fighters

Das beste FF-Album seit Jahren, damit startet die Band erfolgreich in die nächsten 25 Jahre

Eigentlich sollte „Medicine at Midnight“ letztes Jahr erscheinen, der zehnte Longplayer der Band war ja bereits im Februar 2020 fertig und sollte vor der geplanten „25th Anniversary Tour“ veröffentlicht werden, doch covid-19 machte diesen Planungen zunichte. Jetzt erschien das Album Anfang Februar 2021, doch die Medizin wirkt noch immer: Foo Fighters stiegen damit gleich auf Platz 1 der Offiziellen Deutschen Albumcharts ein. Von Greg Kurstin zusammen mit den Foo Fighters produziert, von Darrell Thorp aufgenommen und von Mark „Spike“ Stent gemischt, vereint dieses Album in 37 knackigen Minuten neun neue Songs, von denen drei bereits vorab veröffentlicht worden waren. Im November 2020 wurde daraus die Single ‚Shame Shame‘ veröffentlicht, am 1. Januar folgte eine zweite Single, ‚No Son Of Mine‘, und am 14. Januar die dritte mit dem Titel ‚Waiting on a War‘. Und diese drei Songs zeigen bereits das breite Spektrum des neuen Albums an. ‚Shame Shame“ ist ein typischer Mainstream-Rocker, gefolgt vom in einer Kritik als “final f*ck you to 2020” bezeichneten “No Son Of Mine” bis zur episch-kathartischen Ballade “Waiting On A War”. Der Kommentar von David Grohl zu diesem Stück: „Als Kind, als ich in den Vororten von Washington, D.C. aufgewachsen bin, hatte ich immer Angst vor Krieg. Albträume von Raketen in der Luft und Soldaten in meinem Hinterhof suchten mich heim, vermutlich ausgelöst durch die politischen Spannungen der frühen 1980er Jahre und meiner Nachbarschaft zum Kapitol unseres Landes. Vergangenen Herbst fuhr ich gerade meine elfjährige Tochter zur Schule, als sie sich umdrehte und fragte: ‘Daddy, wird es einen Krieg geben?’ Während ich in ihre unschuldigen Augen blickte, sank mein Herz in der Brust, denn mir wurde klar, dass sie nun unter derselben dunklen Wolke hoffnungsloser Zukunft lebte, die ich 40 Jahre zuvor gespürt hatte. An diesem Tag schrieb ich ‘Waiting On A War’. Ein tägliches Warten darauf, dass der Himmel fällt. Ist da noch mehr als das? Gibt es mehr, als bloß darauf zu warten, dass ein Krieg beginnt? Ich brauche mehr. Wir alle tun das. Dieser Song wurde für meine Tochter Harper geschrieben, die eine Zukunft verdient – wie jedes Kind.” Ganz anders klingt ‚No Son of Mine‘ mit seinem Riff, das einem Blitzeinschlag gleichkommt. Mit Referenzen an vertraute Foo Fighters-Einflüsse wie Queens “Stone Cold Crazy”, Motörheads Ace Of Spades/Iron Fist Ära und Metallicas Kill ‘Em All bildet der Song ein minimalistisches Chassis mit erbarmungslosen Licks von Dave Grohl, Pat Smear und Chris Shiflett über dem tighten Rhythmusfundament von Taylor Hawkins und Nate Mendel. „Das ist die Art von Song, die in jedem von uns steckt. Und wenn es Sinn ergibt, lassen wir es raus”, erklärt Grohl. “Textlich stechen wir in die Scheinheiligkeit selbstgerechter Anführer, von Leuten, die sich der Verbrechen schuldig gemacht haben, gegen die sie angeblich kämpfen….” Der zehnte Studio-Longplayer von Grohl & Co.ist ein Album voller Überraschungen und eine „Rock’n’Roll-Lehrstunde“, wie in einer Kritik zu lesen war. Auf jeden Fall das beste FF-Album seit Jahren, damit startet die Band erfolgreich in die nächsten 25 Jahre! (RCA Records/Sony Music) P.Ro

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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