altemaelze

Letters of steel

Piledriver

Eine weitere "Neudi"-Ausgrabung auf dem Golden Core-Label.
Eine weitere “Neudi”-Ausgrabung auf dem Golden Core-Label.

Mit der deutschen Band Piledriver startet Neudi eine sechs Alben umfassende VÖ-Reihe mit GEMA Alben aus den Jahren  1980 und 1981 von unbekannten deutschen Bands, die damals  den Durchbruch nicht geschafft haben und somit heute nur noch den absoluten Insidern bekannt sein dürften. Musikalisch hat das Album „Letters of Steel“ von 1980 nix mit der gleichnamigen kanadischen Band noch dem Status Quo-Album zu tun. Wobei die Musik an sich doch eine Mischung aus Hard Rock und nennen wir es mal vorsichtig Metal darstellt. Konstatieren muss man, dass die Band musikalisch wirklich was auf dem Kasten hatte. Coole Rhythmussektion trifft auf einen wirklich Klasse Gitarristen, der feinste Soli (gerne auch mal mehr in einem Song) runterreißt. Auch das coole Wah Wah Mittel bedient er Bestens wie man „Wizard“ toll nachhören kann.  Bei dem Instrumental „New England“ zeigt die Band, dass sie vermutlich damals oft die Dire Straits gehört hat, während bei „Border Line“ The Police (ohne die Reggae Einflüsse), The Cure, Simple MInds usw. zu ihrer New Wave Phase Pate gestanden haben. Schräg hört sich der Song „Hobo“ an, der mich irgendwie an Lobo erinnert, jedenfalls recht poppig das Teil und der ausgefallenste Song auf dem Album.  Soundtechnisch muss man leichte Abstriche machen, da das Teil mangels anderer Quelle von Patrick Engel von einer Schallplatte gezogen und von Neui dann für CD gemastert wurde. Man kann sich das Teil aber wirklich gut anhören, auch wenn, warum auch immer, die zweite Seite einen besseren Klang hat als die erste. Leider konterkariert der Sänger mit seinem grausigen „Gesang“ (und damit ist nicht sein ‚denglischer‘ Akzent gemeint) den Hörgenuss erheblich. Das alles klingt wie eine Mischung aus ausgeleierter MC in einem alten Kassettendeck gemischt mit fünf Bier intus und verleidet zumindest mir das komplette Album gehörig. Noch ein Wort zum „Fill-in“ Gitarristen Thomas Metzger der auf vier Songs des Album (Piledriver, Ufo-Man, New England undHell Rider) sein großer Scherflein beigetragen mit ebenfalls rassigen Soli. Dieser wurde später unter seinem „Pseudonym“ Tommy Newton ein sehr gefragter Produzent für Helloween, UFO, Kreator usw. Musikalisch somit fünf Punkte, Gesang ein Punkt, gibt in Summe sechs Punkte/2 = drei Punkte für diese Kuriosität, die wie immer toll aufgemacht (leider diesmal ohne Bonustrack jedweder Art, da vermutlich nix aufzutreiben war) und mit fettem Booklet versehen auf Golden Core Records kürzlich veröffentlicht wurde. Wer nun hier nicht abgeschreckt wurde, hört sich sicherheitshalber das (mit 34 Minuten sehr kurze, aber damals halt Vinyltypisch) Album vorher mal bei YouTube an. Ich verzichte diesmal dann doch lieber auf einen Kauf. (Golden Core Records) HJH

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