altemaelze

Gun’s don’t cry

Storm Seeker

Power Metal gepaart mit folkigen Einflüssen

Die NRW-Band Storm Seeker veröffentlichte vor zwei Wochen ihr zweites Album “Gun’s don’t cry”. Geboten wird hier laut Plattenfirmenwaschzettel DAS Pirate-Folk-Metal-Album des Jahres. Um beim Thema zu bleiben, muss man dann schreiben, dass das ganz schöner Seemannsgarn ist und maximal dann zutrifft, wenn es sonst kein Album dieses Genres heuer geben würde. Also dann schlechteste, aber beste Album! Nimmt man die nautischen Texte weg, bleibt hier durchschnittlicher Power Metal (Double Bass Drums rulen), gepaart mit folkigen Einflüssen, die Dank der sich permanent im Einsatz befindlichen Fiedel (aka Nyckelharpa) bald als anstrengend erweisen. Die Songs hören sich fast alle ziemlich ähnlich an und Frontman Timothy Abor kann nun nicht wirklich singe. Das Gegröle hört sich eher an wie ein besoffener Seemann auf Landgang mit fünf Buddeln voll Rum intus. Da fallen die Kokosnüsse schon mal freiwillig von der Palme. Interessanter und besser wird es, wenn Sandy Macgnomsen mal die Lead Vocals wie bei “One More Day” (bester Song auf dem Album) übernimmt oder im Duett singt wie bei “Sextant”, das auch Dank der Vocals von Orden Ogan Sänger Seeb zu überzeugen weiß. Die restlichen Gastsänger brauch ich dagegen nicht. Gitarrensoli kennt die Band auch eher nur vom Hörensagen. Ganze zwei kurze und sehr simple haben sich auf das Album verirrt. Es regiert das Riffgeschiebe. Immerhin schaffen es die eher ungewöhnlichen Instrumente, wie die Hurdy Gurdy (eine Art Drehleier), Recorder (Blockflöte), Bagpipes und Celli, sowie Keyboards (nicht ungewöhnlich, die sich auch mal wie ein Schifferklavier anhören) für Abwechslung zu sorgen. Wer das zum Glück mit 36 Minuten recht kurze Album dann bis Song #10 durchgehalten hat, sollte hier dann aber unbedingt die CD auswerfen. Das Cover von “Itsby Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini” ist absolut grausam. Die Toten Hosen Version ist da Gold wert dagegen. Das Teil ist recht gut produziert, auch wenn es sich zumindest in meiner Auto CD Anlage ab und an etwas matschig anhörte und die Lautstärke nicht wirklich gut ausbalanciert rüberkam (bei  Regler auf  4 zu leise, bei 5 extrem laut, das Teil geht bis 20). Die CD selbst im 6-fach DigiPak mit dickem Booklet, allen Texten und schönen Fotos ist dagegen toll aufgemacht. Geeignet ist es wohl am ehesten für Fans von Alestorm, Swashbuckl, gemischt mit Sabaton (vor allem bei “Shoot this ship down”, “Gun’s down cry” und “Deathwatch Beetle Party”), Battle Beast und einer beliebigen Irish Folk Rock Band. Ich bleib hier dann eher bei einer Band wie Running Wild wenn es um Piratenmetal geht. dreieinhalb Punkte von meiner Seite. Fans der Band und alle anderen, die mit diesem Stil mehr anfangen können, addieren ihre Extrapunkte. Der hier nicht Abgeschreckte checkt dann unerschrocken die drei aktuell verfügbaren offiziellen Videos bei YouTube. (No Cut) HJH

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