altemaelze

Icefloweed – The Complete Works

Economist

Jetzt neu als Do-CD veröffentlicht und mit dem unveröffentlichten zweiten Album „Mind Movies“, dem kompletten Demo „Psycho Rotten Creatures“ und einigen Archivschätzen angereichert, kann man diese Band nun neu entdecken.

Der musikalische Trüffelsucher Neudi hat wieder zugeschlagen und mit der Band Economist aus dem Rhein Neckargebiet und dem Album „Iceflowered-The Complete Works“ eine wirklich tolle Veröffentlichung gezaubert. Aus den Überresten von Sudden Darkness (deren Schaffen bereits unter dem Titel „All or nothing“ ebenfalls von Golden Core veröffentlicht wurde) entstand unter Mitwirkung u.a. von Neudi an den Drums eben Economist und schaffte sogar mit dem leider einzigen Album „New Built Ghetto Status“ auf dem damals noch wichtigeren Label Massacre eine tolle CD zu veröffentlichten, die leider ziemlich unterging. Jetzt neu als Do-CD veröffentlicht und mit dem unveröffentlichten zweiten Album „Mind Movies“, dem kompletten Demo „Psycho Rotten Creatures“ und einigen Archivschätzen angereichert, kann man diese Band nun neu entdecken. Beim Debüt ging man noch richtig schön Technothrash-mäßig ans Werk und erinnert oft an US Bands wie Anacrusis, Realm, Voivod (in den langen Tracks) usw. gemischt mit etwas Suicidal Tendencies und Gangshouts a la Anthrax bei Tracks #1 und #5. Etwas doomig (Trouble, Black Sabbath) geht man zu Beginn bei Track #7 „The night that lasts a 1000 Years” zu Werke, um dann das Tempo schön anzuziehen. Auffällig sind die doch teilweise recht langen Songs, die bei gut fünf Minuten anfangen und bei über zehn Minuten aufhören. Gerne täuscht die Band auch mal lockeres Liedgut an mit Akkustikgitarren-Intros usw., nur um dann härtetechnisch in die Vollen zu gehen. Der Gesang ist etwas gewöhnungsbedürftig und mir generell etwas zu weit nach hinten gemischt. Daran konnte auch das famose Remastering von Neudi nix ändern. Kleiner Tipp von meiner Seite: Track #11 „Final Way“ unbedingt skippen. Der Track ist Schrott. Grausiger Gröhlgesang als zweite Stimme und lahme, langsame (nicht verwechseln mit doomige) musikalische Ausführung in der gleichen Tonlage ohne Tempiwechsel machen die fast elf Minuten zur Ohrenfolter.  Beim unveröffentlichten Zweit-Werk geht man dann generell etwas melodischer zu Werk, erweitert die Einflüsse um Sacred Reich, Megadeth etwas, und auch der Gesang hat sich enorm verbessert und liegt im Mix viel homogener. Soundmäßig wurde hier auch das gemacht, was möglich ist. Man sollte aber keine Wunderdinge erwarten. Auch hier ist ein kleiner Stinker zu verzeichnen. Das mit Keyboards angereicherte Instrumental „Zeta 1&2 Reticuli“ ist Quark und zumindest mir erschließt sich nicht der Sinn dahinter. Ist aber egal. Schmälert diese tadellose VÖ nicht. Wie immer wurde hier mit viel Herzblut gearbeitet, was auch das 20seitige Booklet zum Ausdruck bringt sowie die restliche Archivbeigaben, die soundtechnisch ebenfalls höchst anhörenswert sind. Ich gebe dem Debüt fünf Punkte und dem Nachfolger sechs Punkte, was unterm Strich fünfeinhalb Punkte für das Paket ergäbe. Hinsichtlich dem ganzen Drumherum lege ich aber noch einen halben Punkte drauf, was somit verdiente sechs Punkte ausmacht und von mir somit eine volle Kaufempfehlung erhält. CD ist schon zu mir unterwegs. Hörproben gibt es dann bei YouTube. (Golden Core) HJH

******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

Share on facebook
Share on twitter