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Our Glass Home

Unruly Child

Die amerikanische Melodic-Rock-Supergroup um Sängerin Marcie Free, Drummer Jay Schelle und Gitarrist Bruce Gowdy veröffentlicht ihr neues achtes Studioalbum „Our Glass House“. Als Gast am Bass konnte man dann niemand Geringeren als Tony Franklin gewinnen.

Die amerikanische Melodic-Rock-Supergroup um Sängerin Marcie Free, Drummer Jay Schelle und Gitarrist Bruce Gowdy veröffentlicht ihr neues achtes Studioalbum „Our Glass House“. Als Gast am Bass konnte man dann niemand Geringeren als Tony Franklin gewinnen. Geboten wird hauptsächlich fluffiger, melodischer Rock, wo die Gitarre eher in Kurzarbeit ist, die Minisoli sind nicht der Rede wert, dafür der gerne klasse mehrstimmige Gesang sowie die Keyboards im Vordergrund stehen. Balladen gibt es auf dem überlangen Album (> 60 Minuten) nicht, und um ehrlich zu sein, vermisst man sie auch nicht, denn richtig rockig wird es eher selten. Wer sich Song Nummer #5 „Talked you out of Lovin me“ als Beispiel anhört, weiß danach, wie sich das Album insgesamt anhört. Gepflegter Rock mit Westcoasteinflüssen, schöner Hammondorgel, mal ein spanischen Gitarrenakustikintro wie bei „Catch up Yesterday“, das eine Ballade antäuscht, und dann doch zu einem schönen melodischen Rocksong mutiert. „Glass House“, „Underwater“ und „The wooden Monster“ (mit einem Mundharmonikasolo) sind dann auch schon die zackigsten Lieder. Generell wird hier glücklich, wer auf eine Mischung Loverboy, Eagles, Bad Company der 80er und Foreigner zu „Agent Provocateur“ Zeiten steht. Als Bonus gibt es zwei ältere Lieder in upgedateten 2020er Version. Da ich die Originale nicht kenne, kann ich nix dazu sagen inwieweit sie sich unterscheiden. Beide sind akustisch gehalten, wobei „To be your everything“ mit geschmackvollen Streichern zu gefallen weiß, während mich „Let’s talk about love“ irgendwie an die Backstreet Boys erinnert, vor allem im Refrain. Coole Scheibe, der dennoch mehr Drive und fettere Gitarren gut getan hätten. Auch dürften die Songs, die weit über vier bzw. bis zu sechs Minuten laufen, etwas kompakter sein und die Produktion lässt auch den Punch vermissen und schwankt etwas arg. Das Songwriting ist nun nicht so spannend, dass es die langen Songs abdeckt. Ich gebe dennoch mal viereinhalb Punkte her und verweise auf YouTube, wo es ein paar Songs aus diesem Album zu hören gibt. (Frontiers Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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