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Locked & Loaded

Voodoo Circle

Voodoo Circle melden sich mit „Locked & Loaded“ zurück und dazu in neuer Besetzung. Fragt man die Fans der deutschen Hardrock-Formation nach dem überzeugendsten Line-Up der Bandgeschichte, so fällt die Wahl fast immer auf das des zweiten Albums ‚Broken Heart Syndrome‘ von 2011.

Voodoo Circle melden sich mit „Locked & Loaded“ zurück und dazu in neuer Besetzung. Fragt man die Fans der deutschen Hardrock-Formation nach dem überzeugendsten Line-Up der Bandgeschichte, so fällt die Wahl fast immer auf das des zweiten Albums ‚Broken Heart Syndrome‘ von 2011. Damals standen Bandchef, Gitarrist und Hauptsongschreiber Alex Beyrodt mit Sänger David Readman (Pink Cream 69), Bassist Mat Sinner (Primal Fear, Sinner) und Schlagzeuger Markus Kullman (u.a. Glenn Hughes) drei exzellente Instrumentalisten zur Seite. Kein Wunder also, dass Beyrodt begeistert ist, auf der neuen Scheibe Locked & Loaded ein Comeback dieser Besetzung präsentieren zu können. Dem zum eingespielten Team Beyrodt/Sinner kamen Kullman und Readman zurück. „In dieser Konstellation sind Voodoo Circle wirklich am stärksten, insbesondere da die neuen Songs unserem klassischen Line-Up wie auf den Leib geschneidert sind“, erklärt er. Was Beyrodt damit meint, wird schon beim Opener ‚Flesh & Bone‘ und den beiden direkt folgenden Tracks mehr als deutlich: Diese Band zelebriert ein kraftstrotzendes, tiefmelodisches und mit gezielten Zitaten und einigen bluesigen Elementen ausgestattetes Hybrid aus Hardrock und Melodic Metal, mit geschickt eingestreuten Querverweisen an einige ihrer eigenen Vorbilder. „Die Wahrheit ist, dass ich bereits relativ früh ein Dutzend Songs geschrieben hatte, bevor Mat und ich dann unsere Köpfe zusammengesteckt und entschieden haben, dass wir uns diesmal mehr Retro-, etwas mehr Led Zeppelin-mäßig orientieren wollen. Nachdem die Rückkehr von David und Markus feststand, habe ich mich noch einmal hingesetzt und mit dem Zeppelin-Gedanken im Hinterkopf eine Reihe weiterer Nummern komponiert. Denn Davids charismatische Stimme und Markus fulminantes Drumming sollten unbedingt in das neue Material einfließen. Zumal Markus nicht nur wie John Bonham trommelt, sondern auch fast wie eine Bonzo-Reinkarnation aussieht.“ so Beyrodt weiter. Eine geschickte Entscheidung, die stilistische Ausrichtung von ‚Locked & Loaded‘ an die aktuelle Personalsituation anzugleichen. Denn Voodoo Circle gelingt tatsächlich die perfekte Mischung unterschiedlicher Einflüsse. Da gibt es mit ‚Wasting Time‘, ‚Magic Woman Chile‘ und ‚Devil With An Angel Smile‘ mindestens drei Nummern, die an das berühmteste Luftschiff der Rockgeschichte erinnern, gleichzeitig sind das erwähnte ‚Flesh & Bone‘ und ‚Eyes Full Of Tears‘ eine unverkennbare Hommage an Whitesnake und ihrem bluesigeren Ansatz. „Hier zeigt David eindrucksvoll, wie viel Tiefgang seine Stimme hat“, strahlt Beyrodt, um augenzwinkernd anzufügen: „Und bei ‚Straight For The Heart‘ sagt ja bereits der Titel, wohin die Reise geht.“ Man darf in diesem Zusammenhang allerdings auch den Titelsong nicht vergessen, in dem Voodoo Circle mittels Sequenzer und einem von Jimi Hendrix inspirierten Fuzz-Gitarrensolo zwei unterschiedliche musikalische Epochen scheinbar mühelos verschmelzen: „Ich würde die Nummer als ‚Vintage mit modernem Touch‘ bezeichnen, zu der man sogar tanzen kann“, beschreibt Beyrodt, der auch den Text (ebenso wie zu ‚Devil With An Angel Smile‘) verfasst hat. „Für mich ein Novum, auf das ich sehr stolz bin“, sagt der Saitenvirtuose, der diesmal auch bei der Wahl seiner Gitarren bewusst aus dem Vollen geschöpft hat. „Eigentlich bin ich aus meiner Geschichte heraus der typische Stratocaster-Spieler“, erläutert er, „aber in den zurückliegenden Jahren habe ich gelernt, wie inspirierend es sein kann, jedem Song exakt die Gitarre zu geben, die er verdient. Auf diese Weise habe ich nicht nur die Les Paul für mich entdeckt, sondern spiele beispielsweise in ‚Devil With An Angel Smile‘ eine Gretsch ‚White Falcon‘ und in ‚Magic Woman Chile‘ sogar eine Doppelhals-Gibson EDS-1275. Das war für mich zwar eine ziemlich große Herausforderung, hat sich am Ende aber total ausgezahlt.“ Apropos ausgezahlt: Eine Investition in pure Qualität war auch die Entscheidung, für Locked & Loaded erneut den dänischen Soundpapst Jacob Hansen fürs Mischen und Mastern zu verpflichten. „Jacob ist ein echter Zauberer mit magischen Händen“, schwärmt Beyrodt über Hansen, könnte das Kompliment aber eigentlich ebenso an sich selbst und seine erstklassige Besetzung weiterreichen! Fazit: Die elf neuen Stücke können absolut überzeugen, der sechste Voodoo Circle-Output. nach dem 2018er Longplayer „Raised on Rock“, ist absolut gelungen und erscheint Mitte Januar! (AFM Records) P.Ro

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